Thos Henley - In Hearing Taste - Cover
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Thos Henley In Hearing Taste


  • Label: K&F Records/Broken Silence
  • Laufzeit: 46 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Thos Henley hat seine künstlerische Schlagader anscheinend wiedergefunden.

Haben wir es doch gewusst! „A Collection Of Early Recordings“ war ein kreatives Loch des immer noch jungen Thos Henley. Ja, der B-Seiten-Beigeschmack lässt sich endlich klar erkennen und lässt das neue Album „In Hearing Taste“ umso süßer erscheinen. Abermals minimalistisch, aber mit einem gänzlich anderen Verständnis für Melodien, meldet er sich ohne viel Tamtam und Tusch zurück. Typisch Thos Henley eben.

Man rechne die an Sufjan Stevens erinnernden Instrumentalstücke „The Woods“ und „The Water“ ab und fertig ist ein im Detail übersprudelndes Singer/Songwriter-Werk mit vielen Folk-Anklängen. Im Gegensatz zum teilweise verschlafenen Vorgängeralbum bringt Thos diesmal auch Töne mit, wie sie ein Frank Turner nutzt, um inzwischen auch in Deutschland ausverkaufte Konzerte zu geben. Strategisch klug ist es gleich „All My Whistling Has Gone“, welches die erste Top-Melodie mitliefert. Dem schließen sich in Varianten der Titeltrack und „Our Day In Venice“ an, bevor Jack Johnson'sche Gemütlichkeit in „Love's Comedy“ das Ruder übernimmt.

Das Gegenprogramm sind natürlich die ruhigen Balladen, die von Romantik („Jade Elizabeth“) über poetische Melancholie („Tragically“) reichen und sich auch mal an Motown und Rock'n'Roll anlehnen („You're Not Atlas“). Singer/Songwriter-technisch grast Henley auf „In Hearing Taste“ eine große Bandbreite ab, ohne die einzelnen Stücke dem Konzept völlig zu unterwerfen. Das berührt, gehört zusammen und erweckt zu keinem Zeitpunkt Gezwungenheit oder Langeweile. Nach Auszeit und Mittelmaßstücken aus der Vergangenheit hat Thos Henley seine künstlerische Schlagader anscheinend wiedergefunden und bündelt sein Herzblut in bester Manier.

Anspieltipps:

  • All My Whistling Has Gone
  • Tragically
  • Love's Comedy

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