Kellner - Kinda Wild - Cover
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Kellner Kinda Wild


  • Label: Südpol Records
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Kellner und Band müssen sich Gedanken machen, ob sie zufrieden mit der Stagnation sind.

Herr Kellner ist zurück. Was für eine Überraschung! Seit seinem Debüt „This Ocean Life“ hat er jährlich ein neues Album herausgehauen. 2012 ist damit entweder seine kreative Pause, oder wie man es von Bands wie Turbostaat kennt, muss gewartet werden, bis die Plattenfirma den Release freigibt. So sind doch tatsächlich zwei Jahre ins Land gezogen und das Quartett Kellner, nach dem Frontmann Mathias Kellner benannt, versucht sich auch gleich mit etwas neuen Tönen zu profilieren.

Leider ist das Ergebnis ein solches, das einen die Kritik des ersten Albums kopieren lässt. Damals war es Gitarren-Pop, der beschwingt, aber unglaublich einfach konstruiert daherkam. Jetzt ersetze man den Gitarren-Pop mit Radio-Rock, der das Prädikat Soft nicht wirklich verdient, aber auch nie hart genug wirkt, um besagtes Attribut abzuschütteln. „Kinda Wild“ trifft damit nicht nur für den Song selbst, sondern für das gesamte Album den Nagel auf den Kopf. Ja, da sind Rockgitarren, aber das glattgebügelte Ergebnis erinnert an Liquido, die sich qualitativ auch nie mit Ruhm bekleckern konnten und nur eine kurze Halbwertszeit vorzuweisen hatten.

Durch eine gewisse Liebe zu amerikanischer Musik schaffen es Kellner, noch mehr Abwechslung in ihre Musik zu bringen und die Radio-Hymnen klingen noch ganz brauchbar. Wenn wie in „Who We Are“ nicht so getan wird, als sei man „Kinda Wild“, dann klingt Kellner angenehm. Wie so oft also. Der Stempel mit der eigenen Marke bleibt allerdings auf der ganzen Linie aus. Hier ist die große Parallele zum Debüt, als ein junger Mann Musik machte, allerdings ohne eine eigene Idee zu haben. Kellner können Musik machen, doch was sie mit dieser genau ausdrücken wollen, bleibt stets schwammig.

Das Ergebnis sind lediglich nette Nummern für den morgendlichen Kaffee und die Autofahrt, wenn Musik den Hörer noch nicht überfordern soll. „Kinda Wild“ geht schnell ins Ohr und bleibt nicht lange, sodass man sich neuen Aufgaben widmen kann. Da bleibt ein „Who We Are“ und der Sonnenschein-Track „We Will Find Our Face“ kurzzeitig zurück, doch am Ende sieht man das Cover der CD und denkt nur: „Ah ja! Kellner! Das ist doch der mit dem... na, den netten Liedern halt.“ So verfällt Kellner mit neuem Sound den alten Mustern und muss sich Gedanken machen, ob er und seine gleichnamige Band zufrieden mit der Stagnation sind.

Anspieltipps:

  • Who We Are
  • We Will Find Our Face
  • Awakening (Revisited)

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