Ascetic - Self Initiation - Cover
Große Ansicht

Ascetic Self Initiation


  • Label: Golden Antenna/Broken Silence
  • Laufzeit: 47 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal der Musik von Ascetic.

Holt die Glücklichmacher raus, gönnt euch eine extra Portion Zucker im Kaffee und guckt euch Bilder von Hunde- und Katzenbabys an. Ascetic sind hier und sie bringen das heftige Stimmungstief „Self Initiation“ mit sich. Mit gerade mal neun Liedern werden wir an die Heroin-Phase Depeche Modes erinnert, die sich gleich noch mit der akustischen Depression Joyce Hotels paart. Bei dieser 80er-Jahre-Downer-Rock-Musik vergisst man auch schon mal aus Versehen, dass die Sonne scheint, und wähnt sich in endloser Finsternis. Die klingt dafür allerdings auch verdammt gut und authentisch.

Der Gesang ist Depeche Mode mit mehr Hall und weniger Inbrunst. Mehr muss man nicht wissen. Überhaupt basiert der gesamte Sound des Albums auf den Garage-Hall-Effekten des Hawaii-Hemden-Jahrzehnts. Nur von Hawaii und guter Laune ist nichts auszumachen. Ascetic sind die im Keller erbleichenden Rocker, denen immer kalt ist und denen Goths zu fröhlich sind. So wabern leicht zugängliche Rocknummern aus der Vergangenheit in Form von „We Are Not All Dead“ und „Religion“ aus den Boxen und bilden das stabile Grundgerüst, um konzentrierte Traurigkeit wie den bitterkalten Opener und das Spoken-Word-Stück „I Burn“ zu stützen.

Kritisch wird es nur, wenn der Überraschungseffekt eines Spoken-Word-Titels nicht mehr vorhanden ist. So offenbart sich „Uroboros (Up From Eden)“ lediglich als hektische Version von „I Burn“ und aus dem Fundament der eingängigen Stücke entspringt die eigentliche Stärke des Albums. Diese Stücke können sich zwar nicht allzu sehr voneinander unterscheiden, treffen den Ton allerdings so authentisch und gut, dass man ein „Before The Storm“ noch dutzende Male in Kombination mit bereits genannten Tracks wie „Religion“ hört.

„Silver Circle“ schließt den Kreis der etwas anderen Songs zwar versöhnlich und schafft eine ähnliche Dichte wie der überragende Opener „Pharmacy“, doch die kleineren Schwächen in Form der Waber-Ballade „Trankasham“ und dem verfehlten Effekt von „Uroboros (Up From Eden)“ macht dies noch nicht vergessen. „Self Initiation“ ist ohne Frage ein klasse Album, doch gerade bei einer solch geringen Anzahl an Tracks machen zwei Ausrutscher ins obere Mittelfeld schon mal den Unterschied aus. Von diesem Makel abgesehen gibt es allerdings kein besseres Depressiva in Form von Tönen als Ascetics neues Album.

Anspieltipps:

  • Pharmacy
  • I Burn
  • Before The Storm

Neue Kritiken im Genre „Alternative Rock“
5/10

When Legends Rise
  • 2018    
7/10

Bark Your Head Off, Dog
  • 2018    
Diskutiere über „Ascetic“
comments powered by Disqus