The Loodies - Edgy Ground - Cover
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The Loodies Edgy Ground


  • Label: Indica/CARGO
  • Laufzeit: 35 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
8.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Chamber-, Art-, oder Folk-Pop? Klangmagie und Poesie von The Loodies aus Kanada!

Gerade mal 18 Jahre alt waren die Bandmitglieder von The Loodies aus Kanada, als sie das hier vorliegende Debütalbum aufnahmen. Dabei hat das Quintett ein Potential, das von Reife, Intelligenz und Klugheit zeugt. Dafür stehen auch die Produzenten Howard Bilerman (Arcade Fire, Godspeed You! Black Emperor) und Jase Lacek (Patrick Watson, Wolf Parade), die gemeinsam mit der Band für den Aufnahmeprozess zuständig waren. Die Besetzung von The Loodies sieht im Einzelnen so aus: Ludovic Alarie (Lead Gesang, Akustik- und Elektrogitarre), Jérémy Delorme (Elektrogitarre, Harmonium, Orgel, Trompete), Phillipe L’Allier (Bass, Banjo, Keyboards, Gitarre, Gesang), Lysandre Ménard (E-Piano, Gesang) und Schlagzeuger Sasha Woodward-Gagné. Zudem sorgte ein Streichquartett für die Veredelung eines der besten Debütalben im Indie-Bereich, das es in den vergangenen Jahren zu hören gab.

Das Besondere an „Edgy Ground“ sind die feingeistigen Kompositionen und deren hervorragende Umsetzung. Ludovic Alarie hat alle Songs geschrieben und die Arrangements mit der Band gemeinsam kreiert. Die einzelnen Instrumente sind wie hingetupfte oder schwungvolle Pinselstriche eines Kunstmalers und die Singstimme Alaries setzt mit seinem hellen, weichen Timbre melancholische Akzente, die ihre Vollendung in Lysandre Ménards zärtlich hoher Stimme findet. Die Gitarren zirpen und klingeln, ziehen einen weiten Bogen von The Smiths zu Aztec Camera und sonst wo hin. Die ab und an eingesetzten hymnischen oder herzerwärmenden Bläsersätze mahnen an Arcade Fire, die fantasievoll eingesetzten Keyboards sind zurückhaltender, dennoch einnehmender Art. Die Streicher wehen aus dem hinteren in den vorderen Klangraum und wieder zurück, ziehen einen poetischen Himmel und eine vor Melancholie triefende Seele über und mitten in die Songs hinein.

Das variable Rhythmusgerüst zaubert ein bewegliches Fundament, das die Songs in sanfte Schwingungen versetzt. Wiederholt übernimmt der w/m Duett-Gesang eine tragende Rolle und zieht die unsichtbaren Fäden dieser feinsinnigen Melodien ins Reich der Poesie, „Hour Of The Wolf“ und „Help Me On“ sind nur zwei Beispiele von vielen. Mehrere Hördurchläufe bringen die ganze Pracht zum Vorschein und steigern den Genuss. Wir dürfen das Chamber-, Art-, Indie- oder Folk-Pop nennen. Einfacher und besser: Bei „Edgy Ground“ handelt es sich um herausragende Musik. In jedem Fall ist es eine Wonne, sich der Klangmagie von The Loodies hinzugeben!

Anspieltipps:

  • Hour Of The Wolf
  • Help Me On
  • Nightwalk
  • Sunday

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