Frank Turner - Tape Deck Heart - Cover
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Frank Turner Tape Deck Heart


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ready for take-off: Frank Turner schießt die Karriereleiter auch mit diesem Album weiter nach oben.

Auf den Mann ist Verlass: Zwei Jahre sind seit „England Keep My Bones“ vergangen und Frank Turner steht pünktlich zur Festivalsaison mit frischem Material vor der Tür. Und es waren zwei wirklich gute Jahre für den britischen Sympathieträger - immerhin hat er mit seinem Konzert in der ausverkauften Wembley Arena und seinem Auftritt bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele gleich mehrere Karriereschritte absolviert. Dass sein neues Album „Tape Deck Heart“ einen Knick in dieser Leistungskurve verursachen wird, ist unwahrscheinlich. Denn eines ist klar: Wer Songs wie „Recovery“ und „Plain Sailing Weather“ schreibt, der hat es einfach verdient, von vielen Menschen gehört zu werden.

Stilsicher ist ein Wort, das die zwölf Titel auf „Tape Deck Heart“ ganz gut umschreibt. Es gibt keine Ausrutscher, keine Peinlichkeiten, die Lyrics sind überdurchschnittlich gut, die Musik dazu überwiegend mitreißend. Geht die Geschwindigkeit nach oben, entsteht oftmals ein interessanter Gegensatz zwischen den einfühlsamen, intelligenten Texten und der lockeren musikalischen Umsetzung. Diesen Kontrast bricht Frank Turner auf, wenn er zurückhaltende Songs wie „Good & Gone“ oder „Anymore“ einstreut, die ausschließlich von seinem Gesang und seiner Akustikgitarre getragen werden. So schön es auch ist, Frank Turner in diesen verträumten Momenten zu lauschen - wirkliche Freude kommt vor allem dann auf, wenn seine gesamte Mannschaft in die Vollen geht.

Dementsprechend sind die besten Nummern auf „Tape Deck Heart“ auch diejenigen, zu denen getanzt oder wenigstens mitgewippt werden darf. Da wäre zum einen die erste Single „Recovery“ (so etwas wie der perfekte Frank Turner-Song), dann das schwungvolle und mit hervorragenden Live-Qualitäten ausgestattete „Plain Sailing Weather“ und schließlich das vor Gegensätzlichkeiten strotzende „Four Simple Words“, in dem Frank Turner und seine Sleeping Souls nach einem gemütlichen ersten Drittel ein überraschendes Punkrock-Brett auf die verblüffte Hörerschaft loslassen. Da die Briten aber keine Punkband sind und vermutlich auch nicht vorhaben, eine zu werden, geht es ansonsten (wie gewohnt) ruhiger zu. Immer zwischen Couch und Tanzfläche oder, den Umständen entsprechend, zwischen Pub und Arena. Frank Turner kann eben beides, womit er vielleicht nie die uneingeschränkte Liebe einer Seite bekommen wird, am Ende aber genreübergreifende Geschmäcker in einer Konzerthalle vereinigen kann. Ein einfaches, aber wirkungsvolles Erfolgsrezept.

Anspieltipps:

  • Plain Sailing Weather
  • Recovery
  • Polaroid Picture
  • Four Simple Words

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