Franka De Mille - Bridge The Roads - Cover
Große Ansicht

Franka De Mille Bridge The Roads


  • Label: Chi Wara/Rough Trade
  • Laufzeit: 44 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
9/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn die Musik zum Spotlight für eine ausdrucksstarke Stimme wird...

Franka De Mille hat diese Kritik eigentlich gar nicht mehr nötig. Ruft man ihre Facebook-Präsenz auf, dann strahlen einem die fantastischen Review-Schnipsel entgegen. Was soll man da noch sagen? Sucht man sich bereits erschienene Lobeshymnen auf die französische Liedermacherin heraus, dann wird man schnell darin ertrinken. Mehr kann man sich kaum wünschen. Da bleibt nur das Problem, dass eine gewaltige Erwartungshaltung für alle herrscht, die noch nicht in das sehr minimalistische „Bridge The Roads“ herein gehört haben.

Wenn man einem Außenstehenden beschreiben muss, was denn jetzt so besonders an De Milles Album ist, macht es die französischsprachige Frau einem leicht. Es ist die volle, durchdringende Stimme der Frau, die angenehme Wonne im Raum verteilt. Sie jault, wenn es sein muss, singt lange, saubere Töne, die immer ehrlich aus ihrer Kehle kommen und passt trotzdem auf, nie in Kate Bushs Gefilde abzurutschen. Es ist schön, ihr zuzuhören, doch eben an die Mannigfaltigkeit einer Kate Bush kommt sie gerade deswegen nicht heran.

Bei allem Respekt muss man festhalten, dass „Bridge The Roads“ ein sehr stilles Album ist. Die leicht folkig klingenden Arrangements sind sehr einfach gehalten und ordnen sich durchgehend dem Gesang unter. Selbst in „You'll Never Know“, das die Instrumente durchgehend laut vertreten lässt, bleibt nicht aufgrund dieser in der Erinnerung. Die Instrumente haben diese Lagerfeuermentalität, die die Worte einfach tragen soll. Da erinnert man auch gerne an Altmeister Reinhard Mey, der in erster Linie für seine Texte im Kopf bleibt.

Schwache Lieder auf „Bridge The Roads“ zu finden, ist trotzdem ein Ding der Unmöglichkeit. Gepaart mit den regelmäßigen Ausflügen ins Französische und leicht zugänglichen, aber sehr eindringlichen Liedern, hat De Mille eine Dreiviertelstunde geschaffen, die zu keinem Zeitpunkt langweilt. Das Album geht flüssig von den Boxen in die Ohren, aber noch bleiben zu selten Lieder auch länger in Erinnerung, um hier vom ganz großen Schaffen zu sprechen. Diese Kritik darf De Mille gerne als Ansporn sehen, noch eindringlicher zu werden, denn schon Kate Bush hat vor über 30 Jahren gezeigt, dass man diesen Schritt zum Wahnsinn wagen muss.

Anspieltipps:

  • So Long
  • Come On
  • You'll Never Know

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
Diskutiere über „Franka De Mille“
comments powered by Disqus