Mucc - Shangri-La - Cover
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Mucc Shangri-La


  • Label: Gan-Shin/Rough Trade
  • Laufzeit: 54 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Neu, anders und doch immer noch sie selbst – Mucc´s neuster Silberling „Shangri-la“.

Sie gehören zu den Großen der japanischen Musikszene, die es geschafft haben, inzwischen auch über die Szene hinaus auf der ganzen Welt bekannt zu sein. MUCC ist vielen, nicht zuletzt dank ihrer großen Tourneen in Amerika (z.B. der Taste Of Chaos Tour 2008) mit starken Bands wie Bullet For My Valentine oder Atreyu, ein Begriff. Seit 2011 sind sie außerdem in ihrer Heimat bei Sony Music unter Vertrag, was für den Erfolg der Band spricht.

Mit über 15 Jahren Bandgeschichte (2012 feierten sie Jubiläum) und elf Studioalben, haben sie Geschichte für sich geschrieben und es dabei geschafft, ihre Fans immer wieder aufs Neue musikalisch zu überraschen. Diese Band beweist wie kaum eine andere, dass man musikalisch nicht stehen bleiben muss, sondern auch experimentierfreudig immer man selbst bleiben kann. Und das sogar ohne dabei mit extremen Richtungswechseln und Einflüssen Empörung hervorzurufen, wie es immer wieder Kollegen wie z.B. Korn trifft. Es ist also nicht verwunderlich, dass auch das neuste Werk „Shangri-La“ keinen Unterschied macht.

Musikalisch machen sie vor nichts Halt und schaffen es so mühelos, einen Stilmix zu vereinbaren, der zumindest auf den ersten Blick nur schwierig kombinierbar ist. Auf „Shangri-La“ treffen starke Beats und Electro-Samples, auf ausgeprägte Gitarrenriffs. Gutgelaunter Dance-Pop trifft harte Growls und Shouts, die sich wiederum mit präzisen Rap-Parts vermischen und Tatsuros abwechslungsreiche Gesangsstimme dabei nicht vergessen lassen. Die Single „Arcadia featuring Daishi Dance” könnte mühelos die weltweite Clubszene aufmischen, während „Nirvana (Shangri-La Edit)” die zarten, fröhlichen Seiten der Band ausspielt und damit eher in die Richtung Popmusik geht. „Honey“ dagegen reißt augenblicklich mit schnellen Schlagzeugrhythmen und einprägsamen Gitarrenriffs vom Hocker und zeigt, dass in MUCC auch immer noch eine Rockband steckt.

Bei „Pure Black“ sind es wiederum Yukkes Basslinien, die sofort ins Ohr gehen und in Kombination mit Klaviereinlagen ganz neue Klangbilder schaffen. „Kyoran Kosho - 21st Century Baby“ bringt schließlich die absolute Verschmelzung: Elektrointro, schnelle Beats, Shouts, Growls, von einem Kinderchor unterlegter Popgesang, fetzige Gitarrenriffs und nicht zu vergessen immer eine deutlich hörbare Basslinie. Passt nicht? MUCC überzeugen jeden Zweifler vom Gegenteil! Die dritte Singleauskopplung „Mother“ ist das neue End-Thema der Anime-Serie Naruto Shippuden und damit bereits die vierte Kooperation mit einem Anime für MUCC.

Es ist diese Mischung, die MUCC so einzigartig machen. Mit dieser Band wird es nicht langweilig und doch präsentieren sie sich mit so deutlichem Wiedererkennungswert, dass man die Musiker selbst aus der Masse wiedererkennen würde. Tatsuros Stimme besticht nicht nur mit großer Stimmbreite, sondern auch mit einer Variabilität, wie man sie selten hört. Er rappt, shoutet und growlt mit Präzision und wechselt in der nächsten Sekunde wieder in klaren Gesang, dessen Stimmfarbe einzigartig ist. Dem stehen die anderen Bandmitglieder übrigens in keinster Weise nach, denn auch Miya (Gitarre), Yukke (Bass) und Satochi (Schlagzeug) verstehen sich ganz auf das Spiel ihrer Instrumente und fallen innerhalb der Musik der Band ebenso auf wie ihr Sänger.

MUCC bestätigen mit „Shangri-La“ einmal mehr ihr Talent und auch ihren verdienten Stellenwert in der japanischen Musikwelt. Der neue Longplayer ist nicht nur eine Empfehlung für Fans japanischer Musik, sondern generell für diejenigen, die erleben wollen, wie einfach es ist, musikalische Grenzen zu sprengen und damit etwas Neues, Großartiges zu schaffen.

Anspieltipps:

  • G. G
  • Nirvana (Shangri-la Edit)
  • Kyoran Kosho - 21 st Century Baby
  • Shangri-La
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