Lisa Germano - No Elephants - Cover
Große Ansicht

Lisa Germano No Elephants


  • Label: Weatherbox/ALIVE
  • Laufzeit: 35 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
8.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die magische und seltsame Welt der Lisa Germano.

Die amerikanische Singer/Songwriterin Lisa Germano begann 1991, ihre Alben zu veröffentlichen. Ihr zweiter, zu recht hoch bewerteter, Longplayer „Happiness“ (1993) erschien auf dem renommierten Label 4AD und war ein wichtiger Karriereschritt für die inzwischen 55-Jährige. „No Elephants“ ist der Nachfolger ihres 2009 erschienenen Werks „Magic Neighbor“, das ein weiteres Highlight ihrer inzwischen über 20 Jahre andauernden Laufbahn war. Bezeichnend für sie sind ihr eigenwilliger hingehauchter Gesangsstil und die kunstvolle Ausgestaltung ihrer Kompositionen.

Ihr aktuelles Album bildet da keine Ausnahme, wobei das flüchtige Hören ihrer Songs dazu führen kann, diese als simpel wahrzunehmen. Dieser 12-Song-Reigen entpuppt sich vordergründig als Pianoballaden-Album, offenbart jedoch nach und nach die Vielfältigkeit ihrer Kunst. Dunkle Streicherarrangements, Keyboardsprengsel, behutsames Saitenspiel, kreischende Krähen, punktueller Electronica-Einsatz und jenes Hauchen, Flüstern und Atmen, das Germanos Stil als eigenen erkennen lässt, sind die Zutaten für ein weiteres gelungenes Album. Wobei ihr perlendes, bedächtiges, manchmal reduziertes Pianospiel wiederholt Struktur und Melodielinien der Songs festlegt und neben dem Gesang dominiert.

Wie ein geheimnisvolles, magisches Märchen laufen die Songs ineinander, wachsen zusammen, scheinen wieder zu zerfallen oder hinterlassen rätselhafte Spuren, deren Sinn sich im Gesamtzusammenhang manchmal mehr, manchmal weniger erschließt. Eine seltsame Spielzeugwelt, deren Motive das Artwork widerspiegelt, steht als fremdartige Gegenwelt zur Natur. Der Kunstcharakter der Songs wird wiederholt aufgebrochen, umschifft das Artifizielle und schafft so Raum für das emotional Berührende. Wer das aktuelle Album mit der frühen Meisterschaft von „Happiness“ vergleicht, wird auf Berührungspunkte wie auch auf Gegensätzlichkeit stoßen. Lisa Germano verkörpert nach wie vor das Geheimnisvolle und zaubert eine stilistische Welt, die sowohl Harmonie als auch Widerhaken offenbart.

Anspieltipps:

  • Ruminants
  • Apathy And The Devil
  • A Feast
  • Strange Bird

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
Diskutiere über „Lisa Germano“
comments powered by Disqus