Devendra Banhart - Mala - Cover
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Devendra Banhart Mala


  • Label: Nonesuch/WEA
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7.8/10 Leserwertung Stimme ab!

LoFi-Folk mit versteckten Melodie-Perlen zum Entdecken.

Seit seinem offiziellen Debütalbum „Oh Me Oh My... The Way The Day Goes By The Sun Is Setting Dogs Are Dreaming Lovesongs Of The Christmas Spirit“ aus dem Jahr 2002, hat sich der amerikanische LoFi-Psychedelic-Folk-Musiker Devendra Banhart (31) Stück für Stück in die Gunst der Kritiker und Musik-Nerds gespielt. In die Karten spielte dem Texaner dabei auch, dass er von Kollegen wie Beck, Swans oder auch Antony And The Johnsons als Feature-Gast eingeladen wurde. Dadurch stieg Banharts Bekanntheitsgrad so sehr, dass sein bis dato letztes Album „What Will We Be“ (11/2009) über den Major Warner Bros. in den Handel kam.

Mit seinem jüngst unterzeichneten Vertrag beim Indie-Label Nonsuch Records (u.a. Wilco, Brian Wilson, Iron And Wine, Billy Bragg, The Magnetic Fields) – ebenfalls im Vertrieb von Warner Bros. – schickt sich der Sänger und Songschreiber nun auch langsam an, in kommerzielleren Gefilden eine größere Rolle zu spielen. Denn auch wenn der 31-Jährige mit seinem ausgeprägten, scheinbar unproduzierten LoFi-Sound und Songs, die mitunter an die frühen Solowerke von John Frusciante erinnern („The ballad of Keenan Milton“), weiterhin kein Fall für den Mainstream ist, so ist doch klar erkennbar, dass er es versteht, in eben diesen eckigen und kantigen Perlen Melodien zu verstecken, die nicht alltäglich sind.

Auf „Mala“ führt die Reise angefangen bei dem hypnotischen Intro „Golden girls“ über verträumte Akustikstücke („Daniel“) und Dubstep-Einlagen („Für Hildegard von Bingen“), bis hin zu Tex-Mex-Arrangements („Never seen such good things“, „Mi negrita“) und schrägen Duetten mit ebenso schrägen Texten wie „Your fine petting duck“. Damit macht der Amerikaner wieder einmal deutlich, warum Journalisten aus seiner Heimat den Begriff „Freak-Folk“ erfunden haben.

Devendra Banhart ist und bleibt verschroben, auch wenn optisch die lange Matte, der Rauschebart und die Frauenkleider verschwunden sind. Musikalisch kultiviert er dafür auf „Mala“ die erstmalig auf dem „What Will We Be“-Album gehörten, eingängigen Popsongs („Won’t you come over“, „Cristobal Risquez“, „Hatchet wound“) mit seinem urtypischen Hang zum Irrsinn. Daraus resultiert seit über zehn Jahren der Reiz seiner Musik mit dem gefährlichen Stempel „Kult“ im Hinterkopf. Gefährlich deshalb, weil man vermeintlichen Kult nie übertreiben sollte.

Anspieltipps:

  • Hatchet wound
  • Won’t you come over
  • Your fine petting duck
  • Für Hildegard von Bingen

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