Jim Kroft - Lunatic Lullabies - Cover
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Jim Kroft Lunatic Lullabies


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Unterstützung von allen Seiten, gute eigene Ideen und eine charakteristische Stimme verhelfen Jim Kroft zu einem hörenswerten Debüt.

Eine schwere Kindheit, durch die Trennung der Eltern und den Tod der Mutter durch Krebs. Die Liebe zur Musik und die Entdeckung der Gitarre als Ventil für Emotionen. Die schottische Mentalität, ein Zwischenstopp in London und die Wahl, nach Berlin zu ziehen. Ohne die Schicksalsschläge herunterspielen zu wollen, Jim Krofts Lebenslauf liest sich wie klischeebelastete Zeilen, die man von jedem zweiten Songwriter-Künstler kennt. Bleibt also die Frage offen, ob seine Musik genauso klischeehaft klingt.

Wer ebenfalls in Berlin wohnt und dort fleißig Radio hört oder sich auf anderem Wege an Krofts zweite Single „The Jailer“ (2010) erinnert, kennt die Antwort bereits. Eine dominante, charakterstarke Stimme, Beats und Refrains die hängen bleiben, gepaart mit träumerischen Gitarrenklängen sind das, was Krofts Musik ausmacht. Dabei wirkt er so wenig klischeehaft wie langweilig. Mit seiner ehemaligen Band Myriad Creatures trat Kroft in vielen Berliner Szene-Clubs auf, bevor er sich im Anschluss durch zahlreiche Freundschaftsshows (The Pusher, Martin and James und Auftritte als Support-Act (z.B. für Sunrise Avenue) einen Namen machte. Ermutigt durch guten Zuspruch entschied sich Kroft, ein eigenes Soloalbum aufzunehmen.

Dabei herausgekommen ist Lunatic Lullabies mit 12 Songs, die so verrückt nicht sind und auch nur stellenweise an Wiegenlieder erinnern, dafür auf andere Art mitreißen und durch persönliche Texte überzeugen. Dabei lässt sich Kroft musikalisch und gefühlsmäßig nicht auf einen Stil herunterbrechen. In „Tell Me“ kommen immer wieder heftige Gitarren zum Einsatz, „The Hooligan Army” ist dem Elektronischen sehr zugetan, „Memory Lane”, „Threads“ und “Through My Weakness“ runden das Album als die drei Balladen ab.

Die unterschiedlichen Klänge auf dem Album erklären sich von selbst, sieht man sich an, von wem der Schotte Unterstützung erhalten hat. Produziert wurde sein Album von Matt Ingram (Lianne La Havas), gemischt von Richard Wilkinson (Adele) und gemastert von Matt Colton (Coldplay). Bei so viel prominenter Unterstützung ist es auch nicht verwunderlich, dass Kroft ein starkes Debüt gelungen ist, das sicherlich nicht nur den Berliner Underground interessieren dürfte.

Anspieltipps:

  • Through My Weakness
  • The Hooligan Army
  • Threads
  • Memory Lane

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