Flea - Helen Burns EP - Cover
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Flea Helen Burns EP


  • Label: Org Music/H'ART
  • Laufzeit: 27 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Hat der Bassist der Red Hot Chili Peppers das Licht gesehen? Sechs experimentierfreudige Songs geben die Antwort.

Wer literarisch bewandert ist, mag verstanden haben, dass Flea sein Album nicht auf eine brennende Frau bezogen hat, auch wenn ihm als exzentrischem Bassisten der Red Hot Chili Peppers das sicherlich vorgeworfen werden könnte. Nein, Helen Burns ist eine Figur aus einem Roman von Charlotte Brontes und bedeutet für Flea etwas ganz anderes: Schönheit. Eine Eigenschaft, die er in allen Menschen suche, seit Burns zu der Figur wurde, die ihn „immer begleitet und deren höchste Ideale in den intensivsten Erfahrungen“ seines Lebens stets präsent waren.

Diese Schönheit scheint Flea, eigentlich Michael Peter Balzary, auf seiner ersten Solo-EP zu suchen und einfangen zu wollen. Abseits aller Texte, Schwingungen und Attituden seiner Stammband, überrascht der Bassist mit größtenteils instrumentalen Stücken, die der dunklen Seite der Erde unerwartet den Rücken kehren. So tragen die Songs die Namen „333“ (statt 666) oder „Lovelovelove“, das Albumcover zeigt zwar etwas versteckt ein umgekehrtes Kreuz, ist ansonsten aber ein Bild reiner Harmonie.

So verwunderlich man das finden mag, so typisch ist es für den gebürtigen Australier, der gerne einfach das macht, worauf er eben gerade Lust hat. Nach Schauspielversuchen widmete sich Flea der Band Atoms For Peace, die in etwa so experimentierfreudig ist, wie er selbst auf seinem Debut. Zwischen Ambient-Elementen, Fusion, Electro, Drone und vielleicht noch der einen oder anderen vagen Richtung, blitzt immer wieder Indie-Pop durch, wenn auch schwach.

Gitarren, aber tatsächlich auch Klavier, chor-ähnliche Klänge und ein Xylophon bieten reine Abwechslung, die meist friedlich anmutet. Für den Titelsong, dem Album gleichnamig, hat sich der Bassist Patti Smith ins Boot geholt und damit keinen schlechten Fang gelandet. Das einzig nicht instrumentale Stück ist eine fast zarte Ballade, die in „333 Revisited“ übergeht, das elektronischer kaum sein könnte. Ein roter Faden lässt sich kaum erkennen, doch die Vermutung liegt nahe, dass dieser gar nicht zwingend gewollt ist. Für Fans ist dieses Album sicherlich ein längst erwünschtes Goldstück in einer Sammlung, alle anderen dürften ein wenig Eingewöhnungszeit benötigen.

Anspieltipps:

  • 333
  • Helen Burns
  • 333 Revisited
  • Lovelovelove

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