Tempesta - Unbounded - Cover
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Tempesta Unbounded


  • Label: Fastball Music
  • Laufzeit: 43 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein laues Rock-Lüftchen aus der Vergangenheit, das kaum auf den Festival-Sommer vorbereitet.

Man muss schon eine Weile zurückdenken, als Alternative-Rock durch Nickelback kommerziell auf höchster Stufe repräsentiert wurde. Seitdem hat sich viel getan und auch die kanadische Combo hat sich seitdem in neue Gewässer gewagt. Für Bands wie Tempesta aus der Schweiz hingegen ist die Zeit seitdem nicht vergangen. Sich selbst in einer Mischung aus Classic-Rock und Southern Rock sehend (manche nennen es auch Country, was die Schweizer da verlauten lassen), präsentieren sich Tempesta altmodisch und mit dem Selbstverständnis von Lokalmatadoren.

Es sind nicht nur zwei schlecht geschnittene Live-Aufnahmen zum Abschluss des Albums, die auf eine gewisse Semi-Professionalität schließen lassen. So zahm und zahnlos zeigen sich Rock-Bands heute kaum noch. Hier und da eine nette Melodie wie in „Crazy“ und „The Going Rate“ dekonstruieren sich selber mit heiseren Backvocals und blass abgemischten Instrumenten. Nicht nur, dass der Band das Besondere in ihrer Musik fehlt, nein, die Platte selbst klingt wie eine daheim gebastelte Best-Of-CD vom letzten Konzert, ohne dabei auf diesen Effekt abzielen zu wollen.

Viel zu hymnisch versuchen ein „Children Of Innocents“ oder ein schmachtendes „I'll Be Your Only One“ zu klingen. Das Ergebnis ist ganz nett. Aber schlicht nicht der Rede wert. Als Lückenfüller können diese Lieder gerne herhalten, doch als Standard der LP ist das schlichtweg zu wenig. Von Gitarren-Soli, die ohne eigene Interpretation den 90ern entnommen worden sind („Living Room“), bis hin zur immer gleichen Ballade, scheint es so, als wüssten Tempesta einfach nicht, was sie auf diesem Album erzählen wollten.

Ausgerechnet „Wait“, die ausgewiesene Country-Nummer des Albums, ist das Stück, welches eine eigene Identität aufweist und sich seiner Bestimmung bewusst scheint. Hier versteckt sich einer der wenigen Momente, der Tempesta echtes Verständnis für die von ihnen gespielte Musik unterstellt. Leider ist dieser Moment eine Ausnahme und wird von plötzlicher Einbringung von Live-Aufnahmen auch noch auf technischer Seite weiter heruntergezogen. Es muss schon finster im eigenen Rock-Regal ausschauen, damit man auf Tempestas, inzwischen schon ein Jahr altes Album zurückgreifen muss. Jetzt gibt es „Unbounded“ also auch auf CD und warum das so ist, weiß wie immer nur der Wind.

Anspieltipps:

  • Wait
  • Crazy
  • Children Of Innocents

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