Betting On The Mouse - Betting On The Mouse - Cover
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Betting On The Mouse Betting On The Mouse


  • Label: Questions & Answers/Rough Trade
  • Laufzeit: 35 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Debüt voll melancholischer Klänge aus Europas Norden.

Wer wettet hier eigentlich? Und auf was für eine Maus? Hinter den Newcomern, die sich und ihr Debüt „Betting on the Mouse“ genannt haben, versteckt sich zunächst einmal die Sängerin Martha Marie Skou. Sie ist Mittelpunkt der Band, die außerdem aus dem Drummer Xian Foo, dem Gitarristen Kristian Haarløv sowie dem Bassisten Jonathan Aardestrup besteht. Namen, die kaum deutlicher auf die Herkunft schließen lassen könnten. Mal wieder eine Band aus Skandinavien.

So typisch die Namen der Mitglieder, so unverkennbar auch der skandinavische Einschlag in ihrer Musik. Elektronische Klänge, die zunächst wenig melodisch wirken, durch die charakterisierende Stimme der Sängerin jedoch an Harmonie gewinnen. BOTM, wie die Band gerne verkürzt genannt wird, liefern sicherlich nicht das Mainstream-Geplänkel, das im kommenden Jahr im Radio rauf und runter gespielt wird. Der Erfolgsfaktor ist ein anderer.

Um zu verstehen, wie die Dänen ihre größtenteils schwerfälligen Klänge zu hörenswerter Musik verarbeiten, benötigt man zwei Dinge: Geduld - und die richtige Stimmung. Wer sich den Longplayer himmelhochjauchzend zu Gemüte führt, wird schnell entgeistert abschalten. Zu melancholisch sind die zehn Titel durch die Bank weg, soviel sei vorweggenommen. Leider macht der erste Track, „Paralyzed“, seinem Namen alle Ehre und fasst zusammen, was das Album insgesamt schwächt. Zu schwerfällig, zu depressiv und ohne Überraschungs- oder Mitreißeffekte.

Charme versprüht der düstere Post Rock erst ab dem zweiten Lied, „Bite“, das ein guter Vorbote auch für die kommenden ist, wie „Ready oder „Hanging On“. Auch das wird einem allerdings nicht beim ersten Hören bewusst, genauso wenig wie die vielen unterschiedlichen Instrumente, die von Klavier bis Ukulele reichen. Einzig allein Martha Marie Skous Stimme verleitet dazu, das Album ein zweites, vielleicht auch ein drittes Mal zu hören. Erst in dieser Runde eröffnen sich einem die endlosen Weiten trauriger, teils zeitloser Musik, die all denen zumindest teilweise Recht gibt, die von Anfang an auf die Maus gewettet haben.

Anspieltipps:

  • Bite
  • Ready
  • Hanging on
  • Random picking

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