New Kids On The Block - 10 - Cover
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New Kids On The Block 10


  • Label: Boston Five/Rough Trade
  • Laufzeit: 49 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Nostalgiekunde mit den inzwischen alten Säcken aus dem Block.

Es war einmal eine amerikanische Boygroup, die Mitte der Achtzigerjahre erfolgversprechend gecastet wurde (damals ging so etwas noch ohne dämliche Fernsehshows!), einen Vertrag beim Majorlabel Columbia Records erhielt und gleich ihr Debütalbum nebst Singleauskopplungen kommerziell amtlich an die Wand fuhr. Ein Misserfolg dieser kolossalen Art wäre heute wohl mit einer sofortigen Auflösung der Band verbunden. Doch diese Gruppe bekam eine zweite Chance und nutzte sie, auch weil der TV-Musiksender MTV einen Narren an den Jungs gefressen hatte, die als New Kids On The Block zum Prototypen aller Boybands avancierten.

25 Jahre nachdem die New Kids On The Block durch die Decke gegangen sind, sind Jonathan Knight (44), Jordan Knight (42), Joey McIntyre (40), Danny Wood (43) und Donnie Wahlberg (43) mit ihrem dritten Album nach der Wiedervereinigung im Jahr 2008 wieder zurück. Nach „The Block“ (09/2008) und der Kollaboration mit den Backstreet Boys („NKOTBSB“, 08/2011) heißt es nun ganz simpel „10“, obwohl es erst das sechste reguläre Studioalbum der New Kids ist. Doch zählt man alle Compilation- und Remix-Alben dazu, ist die Zehner-Marke erreicht.

Neben dieser etwas verwirrenden Mathematik im New-Kids-Style, ist „10“ das erste Album der Band, das nicht mehr wie früher auf einem Majorlabel erscheint, sondern auf dem eigenen Label der New Kids, das das Album an verschiedene, länderabhängige Vertriebsfirmen lizenziert. Entweder ist dies die Unabhängigkeit, die man als Musiker nach mehr als 80 Millionen verkauften Tonträgern genießt oder keine der großen Plattenfirmen wollte ein Album von fünf Kerlen um die 40 auf den Markt bringen, die weiterhin hartnäckig als „Kids“ firmieren.

Als wäre die Zeit Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre stehengeblieben, zelebrieren die New Kids On The Black auch heuer leichtverdauliche, tanzbare Popmusik, die sie sich von verschiedenen Songwritern wie dem Dänen Lars Halvor Jensen (u.a. Sugababes, Lemar, Pixie Lott, Samantha Mumba, Blue) schreiben und produzieren lassen und mit ihrem berühmten Wechselgesang vortragen. Stilistisch knüpfen jene Songs in der Tat an die musikalischen Wurzeln der New Kids an, wobei sich Zugeständnisse an die aktuellen Pop-Strömungen mit Titeln wie „Now or never“ in Grenzen halten.

Zu den wichtigsten Besteckteilen einer Boyband gehört seit jeher balladeskes Liedgut. Dieses fahren natürlich auch die Boston Five mit Stücken wie „Miss you more“, „Back to life“ oder auch „Survive you“ auf und klingen dabei tatsächlich wie in den frühen 90er Jahren. Nur die großen Melodien gehen den New Kids dabei leider durchgängig ab. Das wäre allerdings nicht so schlimm, wenn NKOTB nicht auch noch Ballermann-taugliche Totalausfälle wie „The whisper“ und „Crash“ sowie 70er-Jahre-Disco-Tracks wie „Jealous (blue)“ aus dem Hut zaubern würden. Damit lässt sich anno 2013 nämlich wirklich nichts mehr gewinnen.

Anspieltipps:

  • Back to life
  • Now or never
  • Wasted on you
  • Fighting gravity

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