Eyeconoclast - Drones Of The Awakening - Cover
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Eyeconoclast Drones Of The Awakening


  • Label: Prosthetic Records
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Klingen am Mainstream gewetzt – Thrash und Technical Death aus Italien.

Auch wenn es generell einfach ist, die italienische Metalszene auf klischeehaften Power Metal zu reduzieren, wäre dies trotz der absoluten Dominanz des Subgenres im Stiefelland oberflächlich. Dass Italien mehr zu bieten hat, muss deshalb auch gar nicht mehr die Rolle einer Rechtfertigung einnehmen. In der Vergangenheit hat die beheimatete Szene zur Genüge bewiesen, mit welcher Vielfältigkeit das internationale Publikum zu rechnen hat. So auch bei Eyeconoclast aus der Hauptstadt - feinster Thrash- und Technical Death aus dem Italo-Underground! Mit mehreren hochgelobten Demos und dem 2008 erschienenen Debüt „Unassigned Death Chapter“ konnten sich die fünf Italiener bereits einen Namen machen. Es folgten diverse Tourneen und eine Support-Funktion für die im Jahre 2011 aufgelösten Schweden von Dismember. Und Eyeconoclast denken gar nicht an Stillstand. Ihr Zweitwerk „Drones Of The Awakening“ soll schließlich den Siegeszug fortsetzen.

Entgegen des Prog Metals der besonders komplexen Art, des Mathcores oder gar des Djents, überzeugt „Drones Of The Awakening“ mit einer angenehm organischen Komplexität, die als solche heutzutage nur noch schwer zu finden ist. Das komplette Album besticht als Gesamtwerk, welches mehrere Teilaspekte bietet, die alle an einem Strang ziehen. Eyeconoclast vereinen die Rüpelhaftigkeit und Fuck-you-Attitüde des Thrash Metals und schmieden gleichzeitig Todesblei der besonders perversen, harten Gangart. Die technische Komponente des Albums ist dabei das Sahnehäubchen. Eyeconoclast erinnern hier klar an den Genreprimus Meshuggah sowie an die Polen Decapitated oder auch an Atrophia Red Sun, und lassen ihn zu keiner Zeit zum bloßen Selbstzweck verkommen. Songs wie „Sharpening Our Blades On The Mainstream” oder „XXX - Manifest Of Involution” sind zum Beispiel waschechte Thrasher, die das kleine bisschen Technical Death als kreatives Stilmittel nutzen, sich aber auf das Wesentliche konzentrieren. Die anderen Kompositionen bewegen sich dagegen vorwiegend in Death-Gefilden. Die ultra-komplexen „Obsolesced”, „Invoking Carnage (Racing Blind)” und „Anoxic Waters“ stehen hier stellvertretend für die Ausrichtung von „Drones Of The Awakening“. Sauberes, hartes Riffing, Blast- und Offbeats sowie das eine oder andere Solo zeugen von Eyeconoclasts Können und Virtuosität. Hauptsächlich im Up-Tempo schaffen es die Italiener trotz verschachtelten Songwritings, einen gewissen Wiedererkennungswert zu erreichen, was tatsächlich nur wenige Genrevertreter hinkriegen.

Das alles macht „Drones Of The Awakening“ zu einem äußerst empfehlenswerten Album für Freunde des Genres. Es ist schön zu sehen, dass die fünf Musiker selbstverständlich und natürlich ihr Programm durchziehen, ohne sich in Frickeleien oder Virtuosität-Angebereien zu verlieren. Eine kleine, aber feine Fangemeinde haben die Metaler aus Rom bereits überzeugen können. Sollten sie ihrer Linie weiterhin treu bleiben, wird der Kreis an Anhängern aber ohne Frage expandieren. Wer auf technischen Metal steht, der wirklich weder verkopft noch ermüdend wirkt, sollte an diesem Kleinod jedenfalls nur sehr schwer vorbei kommen.

Anspieltipps:

  • Dawn Of The Promethean Artilect
  • Anoxic Waters
  • Sharpening Our Blades On The Mainstream
  • Obsolesced
  • Invoking Carnage (Racing Blind)

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