Tommy Finke - Unkämmbar - Cover
Große Ansicht

Tommy Finke Unkämmbar


  • Label: AREA Entertainment
  • Laufzeit: 40 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Deutsches Singer/Songwriter-Licht mit einer guten Portion Schatten.

Tommy Finke kann richtig gute Musik machen. Auf „Unkämmbar“ gibt er sich zwar zu keinem Moment unangepasst, doch verbindet er all die Elemente, die feine Singer/Songwriter-Musik ausmachen. Es wird mit Backing Vocals, Streichern und Klavier gearbeitet und Finke arbeitet weniger mit Gesang, als vielmehr mit leicht verkratzter Erzählstimme. Dabei versucht er sich an verschiedenen Stilen, was löblich ist, aber auch ganz schnell seine Stärken und Schwächen offenbart.

Tommy Finkes Stärke ist es, loszulassen. Wenig Text, aber viel mitreißende Musik und Gefühle. Wenn er in „Wer Hat Mich Gemacht?“ und dem seinem Vater gewidmeten „Mit 17 In Hamburg“ die wenigen, aber präzisen Emotionen auf die Hörer loslässt und das Ganze in einem akustischen Strudel auf die Spitze treibt, dann trifft seine Musik ins Herz. Warum in beiden Liedern das Element von Liebesliedern eingebracht wird, bleibt zwar fragwürdig, aber die Texte sind auch nicht immer durchgehend konsequent.

So wirkt „Skeptic“ mal flapsig und dann will es wieder berühren, was bei einer Thematik wie Religion und Glaube nicht so ganz funktionieren will. Der musikalische Ansatz von R'n'B tut sein Übriges, um Finke die Authentizität zu nehmen, die sonst seine Stärke ist. Aber auch in der Mitte gespaltene Lieder mogeln sich auf das Album und machen die musikalische Unsicherheit Finkes deutlich. Vorsichtige Radionummern wie „Heimathafen“ und „Sag Ihnen, Dass Du Sie Liebst“ klingen nett, sind aber schneller aus dem Kopf, als man den Titel „Unkämmbar“ vom Radiomoderator vernimmt.

Es sind die persönlichen („Haldern“, „Mit 17 In Hamburg“) und die mitreißenden („Canossa“ und „Wer Hat Mich Gemacht?“) Momente, die „Unkämmbar“ ausmachen und tragen. Unter dem Gewicht der schwächeren Tracks bricht das Album zwar nicht zusammen, nimmt sich jedoch eine Menge Potenzial. Zumindest quantitativ überragen die Lückenfüller. Die knappe Handvoll an wirklich schönen Arrangements lässt den Namen Tommy Finke aber zumindest im Hinterkopf abspeichern.

Anspieltipps:

  • Mit 17 In Hamburg
  • Wer Hat Mich Gemacht?
  • Canossa

Neue Kritiken im Genre „Songwriter-Pop“
Diskutiere über „Tommy Finke“
comments powered by Disqus