Stephen Stills - Carry On - Cover
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Stephen Stills Carry On


  • Label: Rhino Records/WEA
  • Laufzeit: 300 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Hier sind rund 30% des gesamten Schaffens von Stephen Stills in einem Box-Set versammelt.

Eine Woche vor dem diesjährigen Osterfest legt Rhino Records allen Classic-Rock-Fans mit der äußerst üppigen Stephen-Stills-Retrospektive „Carry On“ ein ganz dickes Ei ins Nest: Auf vier CDs mit 82 Songs, davon 25 unveröffentlicht und rund fünf Stunden Spielzeit, wird die fast 50-jährige Karriere des Sängers, Songschreibers und Gitarristen chronologisch unter die Lupe genommen. Damit entspricht der Umfang dieser Box ca. 30% des gesamten Schaffens von Stephen Stills, der als Solokünstler sowie Mitglied von Buffalo Springfield und Stills, Nash & Young mehr als 250 Songs komponiert hat.

Der inhaltliche Bogen des Box-Sets spannt sich von dem Song „Travelin‘“ aus dem Jahr 1962, den Stephen Stills als 17-jähriger Jungspund in San Jose, Costa Rica, nur mit einer Akustikgitarre bewaffnet eingespielt hat, über haufenweise neu abgemischte Klassiker, bekanntes und unbekanntes Studio- und Live-Material, bis hin zu der brandneuen Live-Aufnahme „Girl from the north Country“, die im Oktober 2012 zum Abschluss der jüngsten Welttournee von Stills & Nash im Beacon Theatre in New York City aufgezeichnet wurde.

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Verpackt in (zumindest anfänglich) warme Analog- und Monoklänge (in den 80er und 90er Jahren klangen die Songs zunehmend polierter und kühler), zelebriert der heute 68-Jährige sein unnachahmlich virtuoses Gitarrenspiel („Black queen“) und serviert darüber hinaus einschmeichelnde Harmoniegesänge („Colorado“), coole Jams („No name jam“), verspätete Flower-Power-Exkursionen („Cherokee“), kernigen Bluesrock („Jet set sigh“) sowie mit Streichern und Bläsern aufgehübschtes Süßholzgeraspel („To a flame“) in der musikalischen Schnittmenge aus Folk, Blues, Rock, Latin-Pop, Country und Singer/Songwriter-Tunes.

Zusammen mit dem 116-seitigen Booklet (oder besser: Buch) bietet das von Graham Nash und Joel Bernstein betreute und liebevoll zusammengestellte Box-Set Unterhaltung für viele Stunden. Neueinsteiger als auch beinharte Fans bekommen dabei eine gute Mischung aus altbekanntem, alternativem und erst jetzt freigegebenem Material zur gepflegten Entdeckungsreise durch fünf Dekaden vorgesetzt. Und auch wenn nicht jeder Song durchgehend auf hochklassigem Niveau sein kann (selbst ein Stephen Stills kann nicht zaubern!), ist dieser fünfstündige Geschichtsunterricht jeden Euro wert.

Anspieltipps:

  • Panama
  • Black coral
  • Jet set (sigh)
  • The treasure
  • Helplessly hoping
  • For what it’s worth
  • Carry on/Questions
  • Love the one you’re with
  • Find the coast of freedom
  • Girl from the north country

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