Black Sabbath - 13 - Cover
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Black Sabbath 13


  • Label: Mercury/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 53 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Black Sabbath haben alles richtig gemacht: „13“ ist selbst mit Blick auf die frühen Meisterwerke der Band ein verdammt gutes Album geworden.

Black Sabbath sind zurück! So richtig zurück, mit neuem Album und dazugehöriger Tour! Keine Frage: Fast 35 Jahre nach „Never Say Die!“ haben die Briten mittlerweile wieder die Popularität ihrer Hochphase erreicht. Als Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Geezer Butler und Bill Ward am 11.11.2011 die frohe Kunde ihrer Wiedervereinigung publik machten, wurde diese Nachricht euphorisch aufgenommen. Alles schien perfekt, zumal mit Rick Rubin ein Produzent verpflichtet werden konnte, dem persönlich sehr viel daran lag, dem Reunion-Album einen vorderen Platz im Backkatalog der Band zu verschaffen.

Doch es kam alles anders: Anfang 2012 erkrankte Gitarrist Tony Iommi an Krebs und Schlagzeuger Bill Ward gab seinen Ausstieg bekannt - offiziell, weil ihm von seinen Kollegen zu wenig Respekt entgegengebracht wurde. Aufgrund dieser Entwicklungen musste die angekündigte Tour bis auf wenige Ausnahmen zu „Ozzy & Friends“-Konzerten herabgestuft werden. Die Arbeit an neuem Material wurde währenddessen fortgesetzt, Rage Against The Machine-Drummer Brad Wilk nahm den Platz von Bill Ward ein.

Das Warten begann, die Monate vergingen. Nur wenige Alben wurden in den vergangenen Jahren so herbeigesehnt wie „13“. Ein Flop konnte mit der Personalie Rick Rubin (u.a. Johnny Cash, System Of A Down) praktisch ausgeschlossen werden. Dieser Mann hätte es definitiv nicht zugelassen, dass Black Sabbath irgendwelche halbgaren Sachen veröffentlichen. Trotzdem war der Druck auf die Band immens - das können auch die bewusst entspannt wirkenden Videos aus dem Studio nicht überspielen. Mit „God Is Dead?“ erschien im April dieses Jahres der erste Vorbote zum großen Comeback: Knapp neun Minuten Musik, wie sie nur Black Sabbath zustande bekommen. Schon da war klar: „13“ wird eine Scheibe für Nostalgiker, für all diejenigen, die sich seit Jahrzehnten nicht von der Gruppe losreißen können und wollen.

Es ist natürlich schwierig, ein Album aus dem Jahr 2013 mit acht Produktionen aus den 70er-Jahren zu vergleichen. Dass eine Aufnahme nach heutigen Standards dem Black Sabbath-Sound gut tut, ihm mehr Druck und Schärfe verleiht, als es damals möglich war, ist selbstverständlich. Ozzy Osbournes Stimme klingt dieser Tage älter, aber dadurch auch wissender und erfahrener, was seinem Gesang eine zusätzliche Autorität verleiht, die gut ins Konzept kritischer Nummern wie „Age Of Reason“ und „God Is Dead?“ passt. Was die Gitarrenarbeit betrifft, so zeigen Tony „The Riff-Master“ Iommi und sein Kumpan Geezer Butler bescheiden, aber trotzdem überdeutlich, wo die Messlatte für Heavy bzw. Doom-Metal tatsächlich hängt und auch noch eine Weile hängen wird.

Ein Großteil der Songs auf „13“ ist selbst mit Blick auf die frühen Meisterwerke der Band feinste Black Sabbath-Kost, die sich vor allem mit den schleichenden, hypnotisierenden Stücken der „Master Of Reality“-Platte (1971) vergleichen lässt. Die logische Ausnahme bildet „Zeitgeist“, das in seiner Machart auf „Planet Caravan“ vom 1970er-Erfolgsalbum „Paranoid“ verweist. Einen neuen All-Time-Hit im Stil von „Iron Man“, den in der kommenden Festivalsaison jeder Zweite auf der Luftgitarre nachspielen kann, gibt es diesmal leider nicht - das wäre aber vermutlich auch zu viel des Guten gewesen.

Immerhin haben Black Sabbath mit „13“ etwas erreicht, das nur den wenigsten Bands vergönnt ist, die sich im Herbst ihrer Karriere nochmal zusammenschließen: Ein durchgängig und ausnahmslos richtig gutes Reunion-Album. Es gibt keine Experimente zu hören und keine unnötigen Modernisierungen, sondern Black Sabbath in ihrer puren und unabänderlichen Form - genau so, wie es die Protagonisten und ihre Fans nach dieser langen Zeit verdient haben. Und wenn dann am Ende von „Dear Father“ schließlich der verregnete Beginn ihres selbstbetitelten Debüts ertönt, dann scheint es so, als würde ein ganzes Kapitel der Musikgeschichte seinen Abschluss finden, indem es auf seinen Anfang verweist. Oder wie Ozzy es ausdrückt: „Is this the end of the beginning or the beginning of the end?“

Anspieltipps:

  • End Of The Beginning
  • Damaged Soul
  • God Is Dead?
  • Zeitgeist
  • Dear Father

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