OMD - English Electric - Cover
Große Ansicht

OMD English Electric


  • Label: BMG Rights Management
  • Laufzeit: 43 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

OMD experimentieren und zelebrieren nur teilweise in gewohnter Qualität.

Wenn eine Band den Electro-Pop erfunden hat, ist das wohl die Düsseldorfer Band Kraftwerk. Die Popband OMD, bestehend aus Paul Humphries, Andy McCluskey, Malcom Holmes und Martin Cooper, nennt diese gern als Vorbild für ihre Musik. In den 80er Jahren und Anfang der 90er waren OMD mit Pophymnen wie „Maid of Orleans“ oder „Sailing of the seven seas“ sehr erfolgreich. Nach ihrer Trennung im Jahre 1996 kam es 2010 zur Reunion. „History Of Modern“ war das erste Album nach so langer Zeit und enttäuschte ihre Fans nicht. Nun kommt Album Nummer zwei nach dem Neuanfang und die Briten zeigen sich etwas experimenteller: Die kurzen Tracks „Atomic Ranch“, „Decimal“ oder „The Future will be silent“ wühlen stark im Electro-Beats-Baukasten und überraschen mit Klängen, die nicht unbedingt als radiotauglich einzustufen sind.

Richtig nostalgisch wird man eher bei Songs wie „Metroland“ und „Night Cafe“, die die OMD-typische lockerleichte Popmusik mit Keyboardspielereien und eingängigen Refrains wieder beleben. Auch der sehr melancholische und trotzdem entspannte „Final Song“ mit unbekannter weiblicher Frauenstimme neben McCluskey gehört zu den positiven Eindrücken, die das Album hinterlässt.

Warum allerdings das uralte „Kissing the machine“ wieder neu aufgenommen wurde, erschließt sich nicht unbedingt: Denn dieser Track mit Karl Bartos und Claudia Brücken (Propaganda) überzeugt überhaupt nicht und wirkt altbacken und wenig modern, auch wenn OMD der Düsseldorfer Electro-Pop-Schule ihre Referenz erweisen möchten.

Die Bewertung des Werkes erscheint nicht einfach, weil OMD alte Klasse, aber auch einige Füller dabei haben. Allerdings gehört schon etwas Mut dazu, die Klangexperimente zu veröffentlichen und so dürfen die Fans wohl zufrieden mit der Band sein, auch wenn sie kein Meisterwerk abliefert, doch ihre Stärken in Sachen Pophymnenkomposition trotzdem offenkundig bleiben.

Anspieltipps:

  • Metroland
  • Night Cafe
  • Final Song
Neue Kritiken im Genre „Pop“
6/10

Sensation
  • 2018    
Diskutiere über „OMD“
comments powered by Disqus