Terminal Prospect - Redefine Existence - Cover
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Terminal Prospect Redefine Existence


  • Label: STF/CMS
  • Laufzeit: 34 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Intelligent gemachter Thrash mit Ökobotschaft.

Die 2005 in Stockholm gegründeten Terminal Prospect kommen mit frischem Material im Schlepptau zurück. Nach ihrem Debüt „Absence Of Light“ (2007) wollen es Kristian Norelius (Gesang, Gitarre), Jussi Niiranen (Gitarre), Mikael André (Bass) und Sebastian Rojas (Schlagzeug) nochmal wissen und hauen Longplayer Numero zwei heraus. Dabei entpuppen sich die vier Herren als echt schmackhafter Schwedenhappen, der aus dem Wulst an Veröffentlichungen der hiesigen Szene angenehm hervorsticht und mit einer überraschend großen Bandbreite überzeugen kann. Thematisch orientiert man sich an Themen wie Verschmutzung und Ausbeutung der Natur durch den Menschen. Auch wenn ihr Zweitwerk „Redefine Existence“ kein Konzeptalbum im eigentlichen Sinne ist, zieht sich jene Ökobotschaft wie ein roter Faden durch das Werk und gibt der lyrischen Komponente einen gewissen Rahmen. Musikalisch dagegen gehen Terminal Prospect wie erwähnt spielerisch mit diversen Subgenres um und mixen munter - ohne es aber zu gut zu meinen.

Ein kleine Portion Melo-Death der schwedischen Schule darf genau so wenig fehlen, wie Thrash-Arschtritte der saftigen Sorte. Letztere orientieren sich stark an den jüngeren Kreator bzw. deren 2012 erschienene Langrille „Phantom Antichrist“. Und dies darf durchaus als echter Gewinn gesehen werden. „Redefine Existence“ ist voll mit einprägsamen Melodien und kleinen Schlenkern in Richtung Heavy Metal, um die schließlich das Gerüst des Extreme Metals konstruiert wird. Songs wie „The Exodus“, „Chains Of Guilt“, „Aggressive Obsession“, „Price Of The Age“ oder „A Memory To Keep“ profitieren allesamt davon, dass sich zwischen der gebotenen Härte durchaus ein melodischer Wiedererkennungswert und eine ordentliche Portion Groove verstecken, was die Zielgruppe der Schweden erheblich erweitern dürfte. Und auch dass die Songs angenehm vielschichtig sind, ohne sich in ihrer Komplexität zu verlieren, steht klar für das intelligente Songwriting auf „Redefine Existence“. Immer wieder finden sich zudem latente Verweise auf Metallica der „...And Justice For All“-Phase - in einem Song wie „Liquid Mind“ erfreut man sich zum Beispiel am furztrockenen, doch warmen Bassspiel, und zeigt so den Regeln der beheimateten Metal-Schule einen frechen Stinkefinger.

Kleine Experimente geht man schließlich im düsteren „The Edge Of Confusion“ ein. Dieses steht besonders Frontmann Kristian Norelius besonders gut. Sein dunkles, krächzendes Organ wird durch den experimentellen, an The Kovenant erinnernden, Industrial-Einschlag voll und ganz unterstützt und kommt hier besonders zur Geltung. Jenes passt aber leider grundsätzlich nicht immer zum Sound von Terminal Prospect und reißt stellenweise nur unnötig heraus. Auch wenn die Erwähnung müßig ist: Gesanglich ein wenig vom schwedischen Death abzuweichen und stattdessen mehr in Richtung Thrash hinzuarbeiten, hätte den Nordeuropäern gut getan. Denn „Redefine Existence“ ist besonders für Freunde der gut durchdachten Knüppelei ein richtig empfehlenswertes Album geworden, welches trotz der eher zwiespältig zu wertenden gesanglichen Komponente, eine ganze Menge Spaß macht und aus dem Einheitsbrei heraus sticht. Extratipp für Fans der neueren Kreator, At The Gates und/oder Darkane!

Anspieltipps:

  • Chains Of Guilt
  • The Edge Of Confusion
  • Aggressive Obsession
  • Liquid Mind

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