Tracer - El Pistolero - Cover
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Tracer El Pistolero


  • Label: Mascot Records/Rough Trade
  • Laufzeit: 52 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Tracer sind auf „El Pistolero“ hart und geradlinig. Überrascht?

Geil, geil, geil! Tracer bringen ein neues Album raus. Stoner- und Power-Rock, der noch Edelstahl im Schritt hat, ohne gleich einen auf Retro machen zu müssen. Klappe zu und nehmt mein Geld, Jungs! Wenn es doch nur so einfach wäre. Es reicht aber nicht, gleich übermenschliche Vergleiche mit den Foo Fighters und Pearl Jam zu ziehen. Ganz im Gegenteil weckt das Erwartungen, denen man als Band nur schwer gerecht werden kann. Dann erwähnt die Band selbst noch Parallelen zu Robert Rodriguez' Kultfilm „Desperado“ und schon haben wir den Hype-Salat.

Tracer geben auf fremde und ihre eigenen Worte im Endeffekt zum Glück nicht viel und statt eines verkopften Konzeptwerks ballern sich die Männer geradlinig durch mehr als fünfzig Minuten kräftiger Rockmusik. „El Pistolero“ gibt die Richtung vor, von der nur selten abgewichen wird. Dafür wummern der Opener und weitere Tracks wie das anschließende „Lady Killer“ auch ordentlich. Da wird das heftige und rhythmische Kopfnicken nur schwer abgestellt und ist es nicht genau das, was wir uns von deftigem Stoner-Rock erwarten? Im Gegensatz zu den Queens Of The Stone Age oder auch Wolfmother wird allerdings nicht auf Retro-Sound, sondern modern klingende Produktion gesetzt. Dafür stehen Tracer genannten Miteiferern in Sachen einprägsamer Melodien nach.

Neben tatsächlich weniger starken Tracks wie „Scream In Silence“ kann man sich bei der voluminösen Eingängigkeit der meisten Tracks im Nachhinein auch einfach nicht erinnern, welcher Track da gerade die Gehörgänge frei gespült hat. „Dirty Little Secret“, „Santa Cecilia“ und „Wolf In Cheap Clothes“ sind ein Rock-Fön auf höchster Stufe, doch wirklich individuelle Merkmale bleiben nur selten zurück. Das ändert auch nicht die schwache Hymne „Scream In Silence“ oder der tatsächlich nach Western klingende Titel „Until The War Is Won“.

„El Pistolero“ ist ein über den Hörer hinweg ziehender Sturm, der stets unterhaltend, aber selten herausragend ist. Etwas ernüchternd fällt der Schnitt aus, wenn man nach echten Bomb-Tracks Ausschau hält, doch auch wenn man sich nur schwer an Höhepunkte auf der neuen Scheibe Tracers erinnert, ist man sich nach gut fünfzig Minuten sicher, dass man gut unterhalten wurde und fernab von Vergleichen und falschen Erwartungen Tracer einfach nur ihr Ding machen.

Anspieltipps:

  • Manic For Ya
  • Lady Killer
  • Until The War Is Won

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