The Thermals - Desperate Ground - Cover
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The Thermals Desperate Ground


  • Label: Saddle Creek/CARGO
  • Laufzeit: 27 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

The Thermals finden zu alter Schlagfertigkeit zurück, ohne die Melodien leiden zu lassen.

Musik kann so einfach sein. Da witzelt man so oft über die drei Akkorde, die den Einzug der modernen Pop-Musik eingeläutet haben, doch wirklich auffallen tut es weiterhin meist bei Rockmusik. Man will schon vorschnell Punk sagen, wenn eine Band nach Garage und Lo-Fi klingt, was auch die fehlenden Zusammenhänge des Punk-Genres heutzutage zu Politik und Anarchie deutlich macht. The Thermals sind aus der Indie-Rock-Bewegung des aufkeimenden Jahrtausends geboren und bleiben dieser Schiene treu. Keine Attitüden und keine Annäherungsversuche an moderne Trendbands.

Was braucht ein Lied schon mehr als eine gute Melodie und dazu ein paar einprägsame Hooklines? Nicht viel, meint die Band aus Portland und fegt den Tanzboden mit röhrenden Klängen auf, ohne darin leicht verdauliche und melodische Texte zu verpacken. Das gesamte Auftakttrio des Albums ist ein schnelllebiges und mitreißendes Beispiel an simpler Rockmusik. Vom knapp gehaltenen Opener, der die Stimmung setzt („Born To Kill“), über die ausgewachsene Party-Nummer („You Will Be Free“) bis hin zur Lo-Fi-Hymne „The Sunset“, bekommt man gleich die volle Spannweite des kurzen Albums in formidabler Gestalt präsentiert.

Die Musik der Band ist allerdings weiterhin so simpel, dass sie schnell gleich klingt. Das versucht man zwar mit kurzer Spieldauer und viel Energie wettzumachen, doch manche Stücke existieren am Rand der eigenen Berechtigung („The Sword By My Side“ und „Faces Will Stay With Me“). Meistens bekommt das Trio aber dank mitreißender Refrains die Kurve oder variiert das Gitarrenspiel genug, um das einfache Rezept neu zu interpretieren und sich nicht zu wiederholen (z.B. „Howling Of The Winds“ und „Where I Stand“).

Es hört sich nach wenig an, wenn man am Ende feststellt, dass gute 20 Minuten richtig starker Rockmusik übrig bleiben, doch da die Gesamtdauer des Albums bei knackigen 27 Minuten liegt, ist diese Quote richtig gut. Es gibt eben nur so viele Arten, drei Akkorde zu spielen, die man aneinanderreihen kann, sodass das Album am Ende mehr von seiner Energie als der Musik selbst lebt. Wer die zwei Schwachpunkte des Albums allerdings aus der Tracklist streicht, bekommt ein Album zu hören, das sich problemlos dem Repeat-Knopf anbiedert. The Thermals machen einfach Freude und bestätigen das Sprichwort von der Würze in der Kürze.

Anspieltipps:

  • You Will Be Free
  • The Sunset
  • The Howl Of The Winds

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