Soundtrack - The Broken Circle Breakdown - Cover
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Soundtrack The Broken Circle Breakdown


  • Label: Universal Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Obacht. Diese kleine Folk-Perle ist mehr als ein Soundtrack für den Hintergrund.

Country und Folk werden oft genutzt, wenn man bodenständige, aber doch stets bewegte Seelen zeigen möchte. Dass dabei meist auch eine gewisse Staatszugehörigkeit eine Rolle spielt und englischsprachiger Folk (der abermals nach Nationalitäten unterschieden werden kann) nicht repräsentativ für - sagen wir - belgische Menschen ist, ist nur ein kleiner Nebengedanke, der zu diesem Soundtrack angebracht werden soll. Denn abseits der Frage, warum Johnny Cash und Co. den entscheidenden Ton im belgischen Drama „The Broken Circle Breakdown“ angeben, funktionieren die neu arrangierten Stücke einwandfrei.

In 40 Minuten grast der Soundtrack alle Ebenen des Folks auf minimalistische Art ab und fängt dabei die Facetten gekonnt auf. Von beschwingter, fast schon spirituell und religiös geleiteter Musik („Will The Circle Be Unbroken“), gibt es über tanzbare Instrumentalstücke („Ruben's Train“) und romantische Balladen („Wayfaring Stranger“) alles, was man sich vom Folk erhofft. Dazu gibt es echte Liebeserklärungen ans Genre („Country In My Genes“ und „Further On Up That Road“), die den Soundtrack auch gelöst von den bewegten Bildern legitimieren.

Das klingt zu schön um wahr zu sein, doch keine Sorge: das faulende Heu in diesem sonst so frischen Haufen findet sich schnell. Da wären die tatsächlich für den Film geschriebenen Stücke „Dusty Mixed Feelings“, „Where Are Heading, Tumbleweed?“ und „Carved In Tree“, die allesamt auf verlorenem Posten stehen. Hier werden keine Emotionen geweckt und eine echte Handschrift lässt sich auch nicht ausmachen. Paart man diese kleineren Ausrutscher mit gesanglich und strukturell nicht immer gelungenen Umsetzungen („Will The Circle Be Unbroken“, „Further On Up That Road“), dann bekommt der Soundtrack doch sein Fett weg.

In Verbindung mit dem Film sind die gesanglichen Einlagen natürlich emotional nachvollziehbarer und erzeugen gerade durch ihre nicht so ausgearbeitete Art eine gewisse Stimmung. Im Alleingang werden diese Stücke allerdings „nur“ daran erinnern, dass Folk und Country nicht das eindimensionale Jammertal sind, als das sie manchmal hingestellt werden. Gerade der amerikanisch verwurzelte Folk, der hier im Mittelpunkt steht, gewinnt dank der fließenden, aber sehr unterschiedlichen Herangehensweise an Profil und bedankt sich für ein geglücktes Experiment. Allein die für den Film eingegangenen Kompromisse verhindern ein alleinstehend denkwürdiges Klangerlebnis zu einem denkwürdigen Film.

Anspieltipps:

  • Cowboy Man
  • Country In My Genes
  • Ruben's Train

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