The Besnard Lakes - Until In Excess, Imperceptible UFO - Cover
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The Besnard Lakes Until In Excess, Imperceptible UFO


  • Label: Jagjaguwar/CARGO
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das neue Werk der Kanadier ermöglicht eine außergewöhnliche Reise in Traumwelten.

Wer das Wort „UFO“ in seinem Albumtitel verwendet, kann eigentlich nur verrückt oder ein experimentierfreudiger Teenager sein. Im Falle der Besetzung - oder sollten wir sagen Besatzung – der Besnard Lakes trifft jedoch keines von beidem zu. Teenager sind die beiden Musiker Jace Lasek und Olga Goreas längst nicht mehr, dafür miteinander verheiratet. Auch „verrückt“ kann man ihnen nicht anhängen. Außergewöhnlich trifft es da schon eher. Revidieren wir also. Wer sein Album „Until in Excess, Imperceptible UFO“ nennt, muss zumindest mit unter- und überirdischen Kommentaren in Kritiken dazu rechnen.

Tatsächlich klingt das gesamte Album, bestehend aus acht Titeln, die sich immerhin auf eine Gesamtlaufzeit von knapp fünfzig Minuten verteilen, etwas abgespaced. Traumsequenzen, Stimmen aus der Distanz und harmonische Klänge bilden den Auftakt zu einer unkonventionellen Reise. Während der Opener „46 Satires“ genug Zeit lässt, sich an die Geschwindigkeit und Flughöhe zu gewöhnen, schwingt man im zweiten Teil des Folgetitels, mit dem göttlichen Namen „And her eyes were painted gold“, bereits mit.

Erst nach dieser Einführung nimmt das UFO an Fahrt auf, verlässt die ruhige Umlaufbahn für einige Minuten und gewinnt an Geschwindigkeit und Härte - ohne dabei anzuecken. So verrückt das alles klingt, The Besnard Lakes machen ihre Sache gut. Man kann ihnen nichts Böses wollen und auch nichts Böses über sie schreiben. So offensichtlich friedliebend ist die Musik, dass man nicht umhin kommt, alle Missgunst beiseite zu schaufeln und sich auf das Wesentliche im Leben zu konzentrieren: das Schweben in Musik.

Dabei befindet man sich in einer sorgenfreien Ortlosigkeit zwischen uralten Disko-Momenten und futuristischen Klängen, oftmals sogar in ein und demselben Song. Nicht selten entsteht das Gefühl, dass die Lieder absichtlich zweigeteilt wurden, wie bereits der zweite Titel, folgt auch „At midnight“ diesem Konzept. Gegen Ende erinnert „Colour yr lights in“ an Rockstars auf einem Festival, die während ihrer einzigen Ballade die Finger nicht so ganz von den Gitarren lassen können.

So leicht das Abheben ist, so schwierig wird das Landen. Das passiert mit „Alamogordo“, einem siebenminütigen Abschlusstrack, der den Hörer auf den Boden der Tatsachen zurückholt und die abenteuerliche Reise durch das All der Töne sanft, ruhig und gelassen beendet. Anschließend ist es wie immer: zu Hause ist es doch am schönsten.

Anspieltipps:

  • And her eyes were painted gold
  • People of the sticks
  • At midnight
  • Colour yr lights in
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