Tyler, The Creator - Wolf - Cover
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Tyler, The Creator Wolf


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 71 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach „Bastard” und „Goblin” der dritte Teil der TTC-Trilogie.

Nach dem in Eigenregie veröffentlichten Debüt „Bastard” (12/2009) und dem ersten regulären Album „Goblin” (05/2011) ist der US-Rapper Tyler, The Creator (alias Tyler Gregory Okonma) inzwischen bei einem Majorlabel unter Vertrag, um dort mit „Wolf“ den letzten Teil seiner Trilogie zu veröffentlichen. Dieser Sprung zur Großindustrie mag den einen oder anderen Kenner wundern, teilte der 22-Jährige auf „Goblin“ doch ohne Rücksicht auf Verluste im wahrsten Sinne des Wortes gegen Gott und die Welt aus und entfachte damit eine Diskussion, die weit über die üblichen Szenekreise hinausging.

Außerdem: Daran orientiert, was Herr Okonma tagtäglich über seinem Twitter-Account von sich gibt, müsste er schnurstracks auf „Ignore“ gesetzt und als Künstler boykottiert werden. Denn wo andere mit einem Augenzwinkern agieren, haut Tyler, The Creator vollkommen ironiefrei mit schwulenfeindlichen Parolen und irren „Gewalt gegen Frauen“-Phantasien auf die Kacke.

Doch auf „Wolf“ ist die Wut geringer worden. Zwar ist Tyler, The Creator nicht zum Waisenknaben mutiert (um das festzustellen reicht bereits das Intro, in dem der Hörer mit einem gepflegten „Fuck you!“ begrüßt wird), doch indem er inhaltlich zumindest ein bisschen den Knüppel im Sack belässt, kann seine Musik besser wirken. Und mit dieser war er eben früher am Start als ein Frank Ocean, A$AP Rocky, The Weeknd oder auch Kendrick Lamar. Aus diesem Vorsprung bezieht er nun seine Vorreiterrolle, die ihn als einen der Erfinder schleppender Rhythmen, minimaler Beats und atmosphärischer Synthieflächen ausweist, auch wenn die Qualität eines „Channel Orange“ fraglos höher ist als die des fatalistischen „Goblin“.

„Wolf” ist vergleichsweise immer noch ein gutes Album, das nicht in den ausgetretenen Standard-HipHop-Spuren wandelt, selbst wenn sich das Gefühl breit macht, dass das Ende dieser Trilogie auch eine Befreiung für Tyler, The Creator sein könnte, um sich künstlerisch zu hinterfragen, was sich in erster Linie auf seine Texte und Ansichten bezieht, die definitiv nicht unter dem Deckmantel des jugendlichen Kindskopps geführt werden können.

Anspieltipps:

  • Rusty
  • Lone
  • Jamba
  • Slater
  • Parking lot
  • Treehome95

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