Finkenauer - Pascal Finkenauer - Cover
Große Ansicht

Finkenauer Pascal Finkenauer


  • Label: Trocadero/INDIGO
  • Laufzeit: 54 Minuten
Artikel teilen:
4/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Er ist gerne allein. Aber muss man ihm dabei zuhören?

Das neue Album von Pascal Finkenauer steht symbolhaft für diese betuliche, altrockerische, nur um sich kreisende Selbstherrlichkeit in weiten Teilen der deutschsprachigen Musiklandschaft, die sich so was von überlebt hat, dass es eine wahre Freude ist. Da wird behutsam vor sich hin gedudelt, mal der Verzerrer angeschmissen und ein bisschen rückgekoppelt, aber nie zu viel natürlich. Da wird fein beobachtet, was die Menschen machen und man selbst so in seiner Welt.

Dazu passt, dass natürlich auch das Presseinfoblatt dieser Platte davon fabuliert, wie man den Künstler „zuweilen umringt von Menschen in Bars und Clubs“ trifft oder „ganz allein und gern in den Tanzclubs der Stadt“. „Meist schwarz gekleidet und fast nur nachts“. Ihn interessiere ja auch ganz besonders, wie das so ist, wenn „zwei Menschen sich treffen“, „wenn man wirklich wütend ist oder wirklich traurig“. Tiefgängig, das. Aber kann man ja auch gerne interessant finden, diese Menschen.

Vermessen wird es schließlich, wenn tatsächlich Bands wie Joy Division („das Dunkle“) oder The National („das Warme“) als Referenzen herhalten müssen. Man kann Pascal Finkenauers Platte in der richtigen Stimmung ja vielleicht ganz gut als Selbstmitleidprojektion gebrauchen, in der Kneipe vor sich hin gammelnd. Zwanghafte Stilisierung zum Underdog, zum Getriebenen in einer entrückten Welt geht ja immer. Bei „Alles In Rage“ hat man auf einmal sogar tatsächlich das Gefühl, dass hier ordentlich was gehen könnte, wenn Finkenauer mit seiner Band mal etwas mehr ballern würde. Ansonsten tut es einem auch einfach nur noch leid. Danke für die Offenheit.

Anspieltipp:

  • Alles In Rage

Neue Kritiken im Genre „Indie-Pop“
7/10

Feels Like Air
  • 2018    
5/10

Ein Zimmer Küche Bad
  • 2018    
Diskutiere über „Finkenauer“
comments powered by Disqus