Turbostaat - Stadt Der Angst - Cover
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Turbostaat Stadt Der Angst


  • Label: Clouds Hill/Rough Trade
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein leider nicht rundum gelungenes, mutiges Turbostaat-Album.

„Stadt Der Angst“ ist auf eine Art spröde, die schwer in Worte zu fassen ist. Das fünfte Werk der Band franst an so vielen und meist eigenartigen Stellen aus, dass sich nie dieses Gefühl der kompakten Geschlossenheit einstellen will, wie es alle anderen Alben zuvor erzeugten. War das Experiment auf „Das Island Manöver“, das mit Drumcomputer eingespielte, wahrlich famose „Fünfwürstchengriff“, noch eines der Highlights, verzetteln sich Turbostaat nun oft grandios.

Aus fast allen Stücken von „Stadt Der Angst“ quillt die Lust der Band am Versuch, am Austesten der Grenzen des eigenen Kosmos. Beim zunächst wunderbar verspulten, später hymnischen „Alles Bleibt Konfus“ machen Turbostaat beispielsweise bis hin zum besten Refrain des Albums alles richtig; andere Songs werden entweder nicht zu Ende gedacht bzw. sind von der Grundidee her einfach zu schwach - das stoische „Fresendelf“ etwa kommt nie richtig in Fahrt und hat zudem fatalerweise noch Überlänge. Oder der an sich großartige Schluss von „Sohnemann Heinz“: Kaum hat man sich wunderbar im Chor eingegroovt, ist er auch schon wieder vorbei. Warum nur? Turbostaat wirken so, als wüssten sie es selbst nicht.

Im Endeffekt ist natürlich auch „Stadt Der Angst“ ein gutes Turbostaat-Album geworden. Stücke wie „Eine Stadt Gibt Auf“ oder „Pestperle“ vereinen alles, für das man die Band doch bitte lieb haben sollte: Perfekt nebeneinander rasselnde Gitarren, Jan Windmeiers unverkennbar grantelnde Stimme und vor allem die Texte mit ihren so typischen Wortwahlen. Der eine oder andere Fan wird von „Stadt Der Angst“ sicherlich verprellt werden; das Aufbrechen von Strukturen ist für die Band aber selbstverständlich nötig geworden. Das wird schon.

Anspieltipps:

  • Eine Stadt Gibt Auf
  • Alles Bleibt Konfus
  • Pestperle

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