Sarah Blasko - I Awake - Cover
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Sarah Blasko I Awake


  • Label: Dramatico/Rough Trade
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Nennen wir es einfach Lounge-Pop.

Bevor ein wenig hoch gegriffene Vergleiche mit einer Britin gestartet werden, die letztes Jahr den Titeltrack für einen James-Bond-Film lieferte, bietet sich eine viel passendere Parallele für die Stimme und die Musik der Australierin Sarah Blasko. Auf ihrem schwermütig verführerischen Album „I Awake“ erinnert die Frau mit der vollen Stimme an ihre Landsfrau Sia. Zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als Sia sich selbst mit generischem Pop dekonstruierte.

Sarah Blaso mischt Singer/Songwriter-Ansätze mit poppiger Geradlinigkeit und setzt dabei oft auf Minimalismus und Mystik. Gezupfte Streicher, folklorische Backvocals und hypnotische Rhythmen sind da nur ein Rezept von vielen, um die Hörer zu binden („Bury This“). Von herzzerreißender Schwere („An Arrow“) im emotionalen Pop-Gewand über mehr Rhythmus-getriebene Stücke („God-Fearing“), wechselt Blasko problemlos die Ausrichtung ihrer Lieder, ohne sie großartig zu verändern. Ihre Stimme hat stets etwas Forderndes und Anklagendes, wogegen die Musik oft von Streichern aufgebauscht und von Gitarren und Rhythmen wieder vorsichtig eingeholt wird.

Dass man „New Country“ als missglückte und langweilig geratene Blaupause abtun kann, tut dem Rest des Albums keinen Abbruch. Wenn danach wieder im großen Stil („Here“), aber eben auch mit der intimen Detailverliebtheit („Illusory Light“) losgelegt wird, ist das Album sofort wieder in trockenen Tüchern. Wäre Blaskos Album ein entspannender Waldspaziergang mit einer fantastischen Aussicht auf all die Natur, dann wäre „New Country“ der kleine Stolperstein zwischendrin. Die ansonsten durchweg gelungene Dreiviertelstunde auf „I Awake“ ist ein beruhigender Trip für Herz und Kopf, der bei allem Minimalismus nicht langweilt und auch nicht seinen Reiz verliert.

Anspieltipps:

  • I Awake
  • Bury This
  • Illusory Light

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