Steve Earle - The Low Highway - Cover
Große Ansicht

Steve Earle The Low Highway


  • Label: New West Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Earle bringt interessante Geschichten mit, die aber nur schwer anzuhören sind.

Erdig, echt und anspruchsvoll wurde Steve Earle spätestens für sein Grammy nominiertes Album „I'll Never Get Out Of This World Alive“ (2011) gelobt. Vergessen war das durchschnittliche „Townes und die damit verbundenen Stücke, die jeglicher Emotionalität entbehrten. Steve Earle kann, aber scheint nicht immer zu wollen. Ob ihm Erfolg und Anerkennung tatsächlicher zu kontinuierlicher Stärke verholfen haben oder alles wieder beim Alten ist, lässt sich auf „The Low Highway“ nicht sofort erkennen.

Die einzig offensichtliche Umstellung ist auf dem Cover festzustellen. Unter dem Namen Steve Earle wird nun auch die Liveband The Dukes (And Duchesses) genannt. Mehr in den Mittelpunkt wird die Band ansonsten allerdings nicht gerückt. Zwar gibt es mit dem Titeltrack oder auch dem beschwingten „Love's Gonna Blow My Way“ zwei Stücke, die von sehr guter Instrumentalisierung profitieren, doch ansonsten droht wieder Einheitsbrei. „Calico County“ ist ein Musterbeispiel dafür, wie Instrumente schon nach einer Minute langweilen können.

Für die gekonnt tiefgehenden und glaubwürdigen Nummern wie „Pocket Full Of Rain“ gibt es auch immer ein Pendant, welches auch trotz Geschwindigkeit nur nach Lückenfüller klingt (z.B. „Down The Road, Part 2“). Der genuschelte, schiefe Gesang Earles passt dabei zu einigen Ansätzen auch nicht wirklich und zerreißt die glatteren Passagen der Arrangements geradezu. Tracks wie „21st Century Blues“ schaffen es so nicht einfach unbemerkt am Hörer vorbeizuziehen, sondern auch den Geduldsfaden ordentlich anzuspannen. Diese Ausfälle verfallen zwar nicht dem Buchhaltergeist auf „Townes“, doch dafür gibt sich Earle bisher unbekannt unbeholfen bei mehr als nur ein oder zwei Stücken.

Weniger kritische Hörer, die der Stimme Earles sehr gerne zuhören, werden über diese Unstimmigkeiten noch besser hinweg hören können. Das lässt aber nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass nur die Hälfte des Albums den Hörer wirklich zu packen versucht und emotional ergreift. Und immer, wenn dieser geniale Funke, der das letzte Album noch dominierte, wieder aufflackert, erinnert der anschließende Track erneut daran, dass Steve Earle nicht ausschließlich gute Musik macht.

Anspieltipps:

  • Calico Country
  • 21st Century Blues
  • Love's Gonna Blow My Way

Neue Kritiken im Genre „Americana“
Diskutiere über „Steve Earle“
comments powered by Disqus