Lubomyr Melnyk - Corollaries - Cover
Große Ansicht

Lubomyr Melnyk Corollaries


  • Label: Erased Tapes/INDIGO
  • Laufzeit: 63 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein wahres Ausrufezeichen beeindruckender Klavierkunst.

Während unter anderem Ólafur Arnalds seit vielen Jahren das Piano und generell klassische Musik mit eigenen Kompositionen an eine größer werdende Hörerschaft heranträgt, schaffen er und viele weitere Musiker gerade unter jüngeren Hörern wieder ein neues Bewusstsein dafür. Bedeutend für diese Offenheit und stilistische Weite ist nicht zuletzt das Label Erased Tapes, welches unter anderem Nils Frahm sowie Peter Broderick beheimatet und nun den ukrainischen Pianisten Lubomyr Melnyk mit einer Veröffentlichung in den verdienten Mittelpunkt rückt.

Er ist Wegbereiter der Klaviertechnik „Continuous Piano Music“ und brauchte Jahre, um diese Spielweise zu perfektionieren. Dass es dem bereits 1948 geborenen Komponisten mittlerweile mehr als gelungen ist, zeigt „Corollaries“. Zusammen mit Peter Broderick als Produzent und den beteiligten Musikern Nils Frahm und Martyn Heyne erschafft er eine faszinierend emotionale Klangdichte zeitloser Prägung. Dabei stehen die vom Piano detailreich inszenierten Melodien im Vordergrund. Sie benötigen nichts weiter als den Klang dieses so viele Gefühle ausdrückenden Instruments und Lubomyr Melnyk versteht es mit scheinbarer Leichtigkeit, seine Arrangements wohltuend zu servieren.

Trotz der langen Spieldauer der einzelnen Stücke regiert während des gesamten Longplayers eine Kurzweiligkeit, die von selten auftauchenden Ergänzungen durch Gesang, Field Recordings („Pockets Of Light“) und Geige begünstigt wird. Besonders das abschließende Highlight „Le Miroir D´Amour“ lässt den Streichern viel Raum, ohne dem federführenden Klavierspiel seine zweifellos ergiebige Kraft zu nehmen. Auch wenn die instrumentalen Auflockerungen „Corollaries“ gut stehen, ist es immer wieder die technisch und emotional betörende Piano-Wohltat, die Staunen verabreicht und das Herz aufgehen lässt.

Anspieltipps:

  • Pockets Of Light
  • A Warmer Place
  • Nightrail From The Sun
  • Le Miroir D´Amour

Neue Kritiken im Genre „Klassik“
7/10

Riopy
  • 2018    
6/10

Irgendwo Auf Der Welt
  • 2017    
6.5/10

Sweet Apocalypse
  • 2017    
Diskutiere über „Lubomyr Melnyk“
comments powered by Disqus