Phonoflakes - 7.30 And Edinburgh - Cover
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Phonoflakes 7.30 And Edinburgh


  • Label: Snowhite/Rough Trade
  • Laufzeit: 54 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
8.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Poppige Rockmusik aus der Schweiz, die Potenzial besitzt.

Schokolade, Ricola und Uhren werden gern als Schweizer Exportartikel Nummer Eins genannt. Aber Rockmusik? Das scheint eher abwegig. Die Schweizer Band Phonoflakes hat mit Auftritten in Übersee ihre Live-Qualitäten unter Beweis gestellt. Beim verrückten Kunstfestival Burning Man spielten sie genau wie im Viper Room in Kalifornien und tourten sogar im fernen Mexiko. Da wurde es Zeit, ihr erstes Album einzuspielen, um auch in Europa ihre Bekanntheit zu steigern. Seltsam auch die Reihenfolge: Erst weit weg touren und dann eine Platte aufnehmen, normal ist das doch anders herum oder? Mit dem Schweizer Produzenten Matthias Hillebrand-Gonzalez nahmen Sängerin Melanie Schweikardt, Dave Meier, Roman Dähler und Oliver Scolaro nun ihr Debüt auf.

Es rockt zwar eher gemäßigt aus den Boxen, dennoch kann man sich die Songs gut live vorstellen und die wandlungsfähige und energische Stimme der Sängerin beeindruckt bei fast jedem Track. Das poplastige „Loose myself“ ist sehr sanft und auch einige andere Werke entpuppen sich als sehr radiotaugliche Songs. Meist gibt es eher schleppende Rockmusik zu hören, die dann etwas Fahrt aufnimmt, doch so richtig hart wird es eigentlich nicht. Die Bewertung der Platte scheint wirklich schwierig, da Phonoflakes sich offensichtlich nicht entscheiden können, ob sie poppige Rockmusik oder rockige Popmusik präsentieren wollen.

Sie verlassen sich sehr auf die zweifellos vorhandenen Stimmqualitäten ihrer Sängerin und so zünden nur einige Songs so richtig. Kompositionstalent ist durchaus vorhanden, dennoch vermisst man nach gutem Beginn mit den rockigen Ohrwürmern „Who is in charge“ und „Josephine“ die kontinuierliche Qualität beim Rest der Songs. Einzig „My side of the story“ macht noch Spaß, aber viele Tracks sind leider recht schematisch nach dem Leise-Laut-Prinzip aufgebaut, was auf Dauer etwas monoton klingt. Die Schweizer von Phonoflakes sollte man trotzdem im Auge behalten, da ihr Debüt trotz aller Kritik als solide Kost durchgeht. So bleibt noch die Hoffnung, dass die nächste Platte noch mehr ihr Talent zeigt.

Anspieltipps:

  • Who is in charge
  • Josephine
  • Don't you wonder
  • My side of the story

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