Yeah Yeah Yeahs - Mosquito - Cover
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Yeah Yeah Yeahs Mosquito


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Anders als so viele hoffnungsvolle Weggefährten des Indie-Rock der ersten Nullerjahre bleiben Yeah Yeah Yeahs.

Yeah Yeah Yeahs repräsentieren die gelungene Entwicklung vom Indie-Rock-Underground zum niveauvollen Global-Player im Pop. Der entscheidende Schritt hierfür war das letzte Album „It's Blitz“. Die subkulturellen Scharen der raueren, punkigeren Tage verschreckend, schafften die talentierten Yeah Yeah Yeahs den Sprung zur großen Nummer, die von Wave, Disco, Punk, Rock und Ballade die ganze Klaviatur heutiger Pop-Musik beherrscht.

Ein wenig nostalgisch, ist ihr viertes Werk nun ein Rückgriff hin zum dominierenden Gitarren- und Garagen-Sound früherer Tage, jedoch im Geiste ihres jetzigen Repertoire-Verständnisses gehalten. Synthies stehen zurück auf „Mosquito“, Disco-Sounds und Electronica-Anklänge sind ausgespart. Doch Nick Zinner dreht den Verstärker und die Distortion nicht etwa wieder auf Anschlag, um dem Art Punk des ersten Albums neues Leben einzuhauchen, nein, pointiert und zielgerichtet stechen die Rock-Riffs sparsamer, klüger und chiffrierter in den rhythmischen Sound der Yeah Yeah Yeahs, der nach wie vor getragen und gefärbt wird von Karen O's weiblich-dominantem Timbre.

Der Gospel-Kracher „Sacrilege“, mit großem Gospel-Chor ausgeführt, ist gleich zu Beginn ein rauschhaftes Zeugnis ihres Könnens und auch dank des Videos definitiv ein Song-des-Jahres-Kandidat. Die die Zeit anhaltende Reduziertheit von „Subways“ im Anschluss zieht den Rahmen der Musikschau namens „Mosquito“ so groß als möglich, der Sound einer fahrenden U-Bahn reicht hier völlig aus, um eine Rhythmuskonstante für einen Fünfminüter zu formen. Der Titelsong mit seinem eher krachigen Tempo wirkt da wie ein seltsamer Fremdkörper, kennt der Rest des Albums, aber vor allem das balladesk träumerische „Under The Earth“ und das famos inszenierte „Slave“ eine Ruhe oder vielmehr Sicherheit und Entspanntheit, die früheren Yeah Yeah Yeahs-Songs nicht zu eigen war.

Erhaben lautet das treffende Attribut für ihren vierten Streich: eine erhabene Schönheit, die Indie-Rock und Pop vereint, versöhnt, verschmelzen lässt. Anders als so viele hoffnungsvolle Weggefährten des Indie-Rock der ersten Nullerjahre bleiben die Yeah Yeah Yeahs relevant, unangepasst und wertvoll, allen voran wegen ihres Facettenreichtums.

Anspieltipps:

  • Sacrilege
  • Slave
  • Under The Earth
  • These Paths

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