The Moth & The Mirror - Honestly, This World - Cover
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The Moth & The Mirror Honestly, This World


  • Label: Stargazer Records/Broken Silence
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein dynamisches Wellen- und Klangmeer aus Melancholie und Erhabenheit. Mittendrin der Gesang der Meerjungfrau.

Wenn sich Musiker der schottischen Indie-Szene zusammentun, muss nicht gleich von einer Supergroup gesprochen werden, obwohl es in der Tat ganz super ist, wenn Mitglieder von Admiral Fallow, Frightened Rabbit und Arab Strap ein gemeinsames Bandprojekt starten. Das Kunststück, nun nicht wie die Schnittmenge dieser zu klingen, haben The Moth & The Mirror ganz famos umgesetzt. Zudem lassen sie kaum Vergleiche zu, ein weiterer Pluspunkt für das Sextett, das mit Stacey Sievwright (Gesang, Gitarre, Cello) von Arab Strap eine ganz ausgezeichnete Stimme und Instrumentalistin vorweisen kann. Zudem spielen Gordon Skene und Louis Abbot Gitarre und singen, unterstützt von Kevin McCarvel (Bass), Pete Murch (Schlagzeug), die für eine ungewöhnliche Dynamik sorgen. Nicht zu vergessen ist Iain Sandlands, der feine Percussion- und Pianopassagen ins Spiel bringt. Auch wenn die Besetzung nichts Außergewöhnliches verspricht, spitzt der Zuhörer bereits bei den ersten Takten die Ohren.

Dabei fängt einen wiederholt die Stimme von Stacey Sievwright ein, die ohne Stimmakrobatik mit sonoren ausgeruhten Phrasierungen den Songs einen unwiderstehlichen Zauber und Charme beibringt. Dazu drehen die anderen Akteure mit einer unglaublichen Dynamik am Laut-Leise-Rad. Wie sie dabei harten Rock (keinen Hard-Rock!) und verschlungene Folkpassagen miteinander verknüpfen, ist nicht nur geschickt, sondern auch kreativer Natur. Desgleichen werden Indie-Pop-Elemente beigefügt, die als zart gesponnene und unvorhersehbare Melodien überzeugen.

Zudem bringen einige Gastmusiker zusätzliche Modulationen ins Spiel. Mal prustet eine Trompete (Phil Cardwel), mal werden Violinen (Jenny Reeve & Sarah Wilson) in den Klanghimmel geschickt. Oder es tirilieren Flöte (Sarah Hayes), Klarinette (Kevin Brolly) und Akkordeon (Angus Lyon) ins taffe Konzept. Besonders der Titelsong bringt einiges auf den Punkt. Da wird mit Erhabenheit mächtig gerockt, ohne dabei in Manierismen zu verfallen. Vielmehr verstehen es The Moth & The Mirror, das Ganze immer wieder differenziert auszugestalten.

Ein weiteres hervorstechendes Merkmal von „Honestly, This World“ ist die Paarung von Melancholie und Optimismus, die in allen Songs in unterschiedlicher Gewichtung herauszuhören ist. Am Ende schließen sie mit aller Vorsicht die Türen („Closing Doors“) und lassen sich treiben von den Wellen des Ozeans („Oceans & Waves“), ziehen uns hinab in die Tiefe ihres Klangmeers, ein letztes ebenso sanftes wie majestätisches Rauschen. Mittendrin der Gesang der Meerjungfrau, die sich erhebt wie ein Delphin und dann elegant schlängelnd ins weite Blau hinausschwimmt.

Anspieltipps:

  • Fire
  • Beautiful Creature
  • Honestly, This World
  • Closing Doors
  • Oceans & Waves

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