Rob Zombie - Venomous Rat Regeneration Vendor - Cover
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Rob Zombie Venomous Rat Regeneration Vendor


  • Label: Geffen/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit Ratten zum Sparpreis und Hummeln im Hintern wurde diesmal wirklich alles richtig gemacht.

Rob Zombie ist einfach ein Phänomen und aus der heutigen Popkultur kaum noch wegzudenken. Ob nun als Musiker, Label-Boss, Schauspieler, Comicautor, Drehbuchautor und Regisseur von gar nicht mal so üblen Horror-Remakes oder eigenen Filmen - Zombie ist ein echtes Original und verfolgt seine Visionen konsequent. Zwischen Tausendsassa und Trash-Kulturgut pendelt er von Projekt zu Projekt. Das Jahr 2013 steht dabei ganz im Zeichen des Künstlers aus Massachusetts. Nicht nur bringt er mit The Lords Of Salem (US-Filmstart: 19.04.) den nächsten Horror-Fetzen ins Kino, sondern direkt zeitgleich auch einen neuen Longplayer für die mittlerweile drei Jahre wartenden Anhänger seiner Musik. Und egal, was man nun über diesen vielbeschäftigten Mann denken mag: Zombie ist und bleibt zu guter Letzt Musiker, seit seinen Anfängen bei White Zombie ist der Zomb'sche Shit auch gleichermaßen sein Steckenpferd.

„Ich finde, dieses Album ist das erste, das den Brückenschlag zwischen den alten Zeiten von White Zombie und der Zukunft wirklich schafft. Es ist die perfekte Mischung, da werden mir die Fans von beiden Sounds sicherlich zustimmen.“

Auch wenn Eigenlob stinkt und man als Hörer solches per se nicht ernst nehmen sollte, bringt es Robert Bartleh Cummings aka Rob Zombie auf den Punkt. Sein fünftes Solowerk „Venomous Rat Regeneration Vendor“ ist das abwechslungsreichste und spannendste seit dem 1998er Debüt „Hellbilly Deluxe: 13 Tales Of Cadaverous Cavorting Inside The Spookshow International“! Rob Zombie macht das, was er am besten kann und bombardiert nach Durchhängern („Educated Horses“) und Remix-Alben („Hellbilly Deluxe 2 (Deluxe Edition)“, „Mondo Sex Head“) seine Fans regelrecht mit brandneuem Wahnsinn. Und eins sei gesagt: Selten war der Mischmasch aus Hardrock, Horror Punk und Alternative-Klängen so ausgereift, rund und cool, wie er es auf „Venomous Rat Regeneration Vendor“ ist. Vom Anfang bis zum Ende zeigt sich Rob in absoluter Höchstform und lässt den einen oder anderen qualitativen Hänger in der Vergangenheit vergessen.

Songs wie die von Samples, tonnenschweren Riffs und Hammondsounds durchzogenen „Teenage Nosferatu Pussy“ und das darauf folgende „Dead City Radio And The New Gods Of Supertown“ gehen durch Mark und Bein, spielen immer wieder mit Elektronik- sowie Alternative-Elemente und werden garantiert zu zukünftigen Live-Krachern. Dagegen wirkt das krude Pärchen bestehend aus „Ging Gang Gong De Do Gong De Laga Raga“ und „Rock And Roll (In A Black Hole)“, fast schon wie ein Fremdkörper. Typisch für ein Album von Rob Zombie wird hier mit Filtern und gespenstischen Soundeffekten bis hin zum Industrial gearbeitet - dermaßen abgefahren, doch zur gleichen Zeit organisch hat es der gute Mann selten hingekriegt. Gegen Ende treibt es „The Girl Who Loved The Monsters“ dann sogar noch auf die Spitze.

Kontraste sind da die ultracoolen Nackenbrecher „Revelation Revolution“, „Behold, The Pretty Filthy Creatures“, „Trade Your Guns For A Coffin“ oder „White Trash Freaks“. Sie erinnern in ihrer energiegeladenen Form stark an selige White Zombie-Zeiten, bringen den Vibe aber in einer sehr zeitgemäßen und druckvollen Form ins Jahr 2013! Druckvoll ist ein gutes Stichwort, denn das ist „Venomous Rat Regeneration Vendor“ von vorne bis hinten. Und genau das braucht auch ein Album von diesem Künstler. Selbst „We're An American Band“, ein Cover von Grand Funk Railroad, wird erfolgreich zombifiziert und muss als einstiger Blues- und Classic-Rock-Happen hier ordentlich Staub schlucken, um in den dreckigen Sound des Albums zu passen. Nur mal kurz nebenbei: Cover waren noch nie Zombies große Stärke, sei es nun solo oder mit seiner ehemaligen Hauptband. Hier schlägt er sich wacker und hält das hohe Niveau vom eigenen Material locker.

Am Ende sollte jeder Fan überzeugt und auch in gewisser Hinsicht beschwichtigt sein, denn die drei Jahre seit seinem letzten Longplayer hat Meister Rob ausgiebig genutzt, um ein Album zu produzieren, welches trotz des einen oder anderen experimentellen Ansatzes doch voll und ganz das ist, was man von ihm erwartet hat bzw. auf das man lange Zeit wieder warten musste. „Venomous Rat Regeneration Vendor“, die beste Rob Zombie aller Zeiten? Das muss der Hörer dann doch selbst entscheiden. Fest steht, dass der fünfte Output des US-Amerikaners in seiner Diskographie ohne Frage einen der vorderen Plätze einnimmt. Denn Rob Zombie tut das, was er am besten kann. Und was viel wichtiger ist: Er tut es endlich wieder!

Anspieltipps:

  • Teenage Nosferatu Pussy
  • Dead City Radio And The New Gods Of Supertown
  • Revelation Revolution
  • Ging Gang Gong De Do Gong De Laga Raga
  • Rock And Roll (In A Black Hole)
  • We're An American Band

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