Ray Wilson - Chasing Rainbows - Cover
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Ray Wilson Chasing Rainbows


  • Label: Jaggy D/SOULFOOD
  • Laufzeit: 53 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Das vierte Soloalbum des kurzzeitigen Genesis-Sängers.

In diesem Jahr kann der schottische Sänger und Songschreiber Ray Wilson (44) auf satte zwei Dekaden im Musik-Business zurückblicken. In dieser Zeit war er der kreative Kopf der Rockband Stiltskin (die nach längerer Auszeit im Jahr 2005 reaktiviert wurde), von 1996 bis 1999 der Notnagel-Sänger bei Genesis und seit über zwölf Jahren als Solokünstler aktiv. Dass Wilson dennoch nie über den Status eines gehobenen Insider-Tipps hinausgekommen ist, gehört zu den unergründbaren Geheimnissen der populären Musik.

Für sein Jubiläumsjahr hat Wilson mehrere Veröffentlichungen geplant. Den Anfang macht sein viertes Studioalbum „Chasing Rainbows“, das er zusammen mit dem Stuttgarter Texter, Songschreiber, Remixer und Produzenten Peter Hoff (Max Herre, Massive Töne, Joy Denalane, Gentleman, Afrob) geschrieben und Ende 2012 in Berlin eingespielt hat.

Das von Yogi Lang (RPWL) abgemischte Album präsentiert ein Dutzend typische Ray-Wilson-Tracks, die sich mit ganz dezenten Prog-Rock-Einlagen (wer baut heutzutage noch Saxophon-Soli in seine Songs ein?), raumgreifenden (Orchester-)Arrangements und eingängigen Melodien im Bereich erwachsener Popmusik sehr wohl fühlen. Dabei gelingen dem Kompositions-Duo Hoff/Wilson kleine Hitanwärter wie „Shouting in my sleep“ oder das an Coldplay gemahnende „Wait for better days“, die in einer besseren Welt im Tagesprogramm der großen Radiosender laufen würden.

Die Stücke kommen zumeist ruhig und getragen daher und vermitteln eine entspannte Atmosphäre. Aufgrund Ray Wilsons Stimme ist zudem eine gewisse Grundmelancholie immer vorhanden. Denn Rockmusik im Stiltskin-Stil wird auf „Chasing Rainbows“ nicht geboten, sodass sich der Stimmungspegel relativ schnell auf einen Nenner festlegt, der kaum Abwechslung bietet. Mit zunehmender Spieldauer bedeutet das, dass sich die Songs in einer selbstzufriedenen, immer wiederkehrenden Routine verheddern, aus der sich mit „She don’t feel so loved“, „Rhianne” und „She’s a queen” sogar ein paar echte Stinker herauskristallisieren. Unterm Strich ergibt das leider nicht mehr als gepflegten Durchschnitt, mit dem kaum jemand aus dem Haus zu locken ist.

Anspieltipps:

  • Take it slow
  • Easier that way
  • Shouting in my sleep
  • No dreams are made of this

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