Collapse Under The Empire - The Silent Cry - Cover
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Collapse Under The Empire The Silent Cry


  • Label: Finaltune/Broken Silence
  • Laufzeit: 24 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

„The Silent Cry“ ist nur ein groß angelegtes Täuschungsmanöver und kein Prog-Schwergewicht.

Nein, es liegt nicht an der Kürze von „The Silent Cry“, dass es keine so gute Bewertung einheimsen kann. Es liegt auch nicht daran, dass die Lieder nicht genug Abwechslung hätten. Ganz im Gegenteil wird hier ein breiter Soundteppich gestreut, der zumindest auf den ersten Höreindruck keine Wünsche offen lässt. Was ist also das Problem mit der neuen Collapse Under The Empire-Scheibe?

Eine Mogelpackung will man „The Silent Cry“ zwar auch nicht nennen, doch man muss feststellen, dass die Band ihr gesamtes Pulver in einen Track steckt. „We Are Close As This“ ist stimmungsvoll, dicht strukturiert und explodiert im richtigen Moment in packende Riffs und Soundwände. Das ist kunstvoll geschriebener Prog-Rock, der dank nicht zu langer Spieldauer jeden Hörer fesselt. Allein für dieses Lied möchte man dem Album den Kaufen-Stempel aufdrücken.

Wie bereits erwähnt war es das dann aber auch schon mit der Herrlichkeit. Das heißt zwar nicht, dass danach der Komplettausfall folgt, doch das tödliche Wort „generisch“ mischt sich munter unter den Prog-Salat. Sei es das wabernde Cover „Stjarna“, welches leider sehr vorhersehbar und ohne Höhen Stimmung zu erzeugen versucht, oder das pompöse „Ashfall“, was neben lediglich elektrischen Orchesters nach typischer Trailermusik für den nächsten Blockbuster aus Hollywood klingt. Zumindest auf den Hans-Zimmer-Inception-Sound haben sie verzichtet.

Auch „Infernal“ klingt zwar schön wütend, allerdings recht ziellos und wirkt letzten Endes wie ein Füller, was auch für die wenig überraschende, wenn auch ganz nette Piano-Ballade „Shut Off The Lights“ zum Abschluss gilt. Die Quote von 2:1 ist ein nicht nur quantitativer Schlag in die musikalische Magengrube. Wenn die Stimmung stimmt, werden zwar gerade „Stjarna“ und „Ashfall“ einigen Fans Freude bereiten, doch nur selten stehen einem wirklich die Nackenhaare zu Berge, wie es der Opener oder in Ansätzen auch der Titeltrack zustande bringen. Eben weil die Mittelmäßigkeit zu verkraften ist und die Platte doch zwei richtig starke Stücke hervorzaubert, will man noch mal ein Auge zudrücken. Doch dies ist die letzte Verwarnung!

Anspieltipps:

  • The Silent Cry
  • We Are Close As This

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