Thorngoth - Schwarz-Karg-Kalt - Cover
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Thorngoth Schwarz-Karg-Kalt


  • Label: Source Of Deluge/Collectors Mine
  • Laufzeit: 48 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Teutonen-Black-Metal mit der Extraportion Verstörtheit.

Bereits zehn Jahre haben die bayrischen Black Metaler Thorngoth auf dem Buckel. Zehn Jahre, die, fast schon traditionell für eine Band des Genres, durch alle Stationen des Untergrunds führten, sowie eine nicht zu unterschätzende Anzahl an Anhängern überzeugten - der große kommerzielle Erfolg blieb aus. Ob nun der vierte Longplayer „Schwarz-Karg-Kalt“ der Bad Tölzener für mehr Beachtung sorgen sollte, steht dabei in den Sternen. Fakt ist aber, dass die fünf Musiker, welche im klassischen Sinne unter Pseudonymen musizieren, den Erfolg durchaus verdient hätten. Ihr „Schwarz-Karg-Kalt“ ist ein herrlich unterkühltes Stück Dunkelheit, das in Sachen Qualität und Kreativität ein Gros der Underground-Outputs abhängt und extrem reif und professionell daherkommt.

Denn Akhorahil (Gesang), Corpse (Bass), Grond (Schlagzeug), Sorath und Vulgrim (beide Gitarre) haben schnell erkannt, dass moderner Black Metal nicht nur über den Tellerrand schauen, sondern gleichermaßen Innovationen und Ausflüge in andere Subgenres organisch in den Sound einarbeiten muss. Dies ist gelungen. Alle neun Kompostionen profitieren vom guten Songwriting und ersticken jeglichen Gedanken der oft im Black Metal benutzten Wandlungsfähigkeit aus Notwendigkeit direkt im Keim. So geben sich Elemente aus Doom- („Lavaplanet“, „Todesschrei der Materie“) und Death Metal („Im toten Feld der Wirklichkeit“, „Das Licht stirbt“) gegenseitig die Klinke in die Hand - der Gesamtsound wird erweitert, ohne aber dominiert zu werden. Beinahe traditioneller Black („Leblos Totgestein“, „Aggressor“) findet dagegen genauso seinen Platz, wie kleine, atmosphärische Artrock-Fetzen (Titeltrack, „Todesschrei der Materie“, „Alles ist erstarrt“), welche für den nötigen Kontrast zum vorwiegend im höheren Tempo angesiedelten Extreme Metal sorgen und in ihrer Melancholie beinahe an die Franzosen von Alcest erinnern. Insgesamt gesehen ist und bleibt „Schwarz-Karg-Kalt“ aber Black Metal der gewohnt harten Gangart.

„Schwarz-Karg-Kalt“, der Name des Albums ist da Programm: Thorngoth lassen keinen Sonnenstrahl oder Hoffnungsschimmer durch, sind beinahe hypnotisierend karg und schaffen es, ihrer Musik den verstörenden Vibe zu geben, den man bei vielen ähnlichen Outputs schmerzlich vermisst. Fans des Genres und sonstige Pandabären dürfen also interessiert sein und horchen auf: Thorngoth veröffentlichen hier ein starkes Stück Schwarzmetall, welches das Rad sicher nicht neu erfindet, aber so rund ist, wie es der Hörer gerne hätte. Knüppelhart, jedoch melodisch und letzten Endes sehr abwechslungsreich, werden sich die Bayern hoffentlich schon bald vollends durchsetzen können.

Anspieltipps:

  • Schwarz Karg Kalt
  • Todesschrei der Materie
  • Leblos Totgestein
  • Lavaplanet

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