Celine Dion - Loved Me Back To Life - Cover
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Celine Dion Loved Me Back To Life


  • Label: Columbia/Sony Music
  • Laufzeit: 52 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Eine tolle Songsammlung für den Einsatz in Einkaufszentren, Fünf-Sterne-Hotel-Lounges und Bürohaus-Fahrstühlen.

In Celine Dions Wechselspiel aus französisch- und englischsprachigen Studioalben, ist mit „Loved Me Back To Life” (ursprünglicher Arbeitstitel „Water And A Flame“) nach sechs Jahren wieder ein englisches Werk an der Reihe. Auch wenn der Nachfolger zu „Sans Attendre“ (11/2012) deutlich früher erwartet wurde, ist der „Taking Chances“-Follow-Up im auslaufenden Jahr noch einmal ein sehr wichtiger Umsatzbringer für das Label, dem Celine Dion seit nunmehr 25 Jahren treu ist und bis dato mehr als 200 Millionen verkaufte Tonträger bescherte.

Ein Album, an das so extrem hohe Erwartungen geknüpft sind, benötigt natürlich eine amtliche Songschreiber- und Produzentenarmada, die sich gewaschen hat. Sämtliche Akteure aufzuzählen, die an „Loved Me Back To Life” herumgeschraubt haben, würde deshalb ins Uferlose führen. Doch allein die Essenz mit Tricky, Sia Furler, Ne-Yo, Diane Warren, Stevie Wonder, Daniel Merriweather, Babyface und Walter Afanasieff stellt eine klare Ansage dar, worauf sich der Hörer gefasst machen kann: Gnadenlos auf den vermeintlichen Massengeschmack zugeschnittene Popmusik.

Celine Dion schreibt selbst keine Songs. Deshalb ist sie der Qualität der angelieferten Kompositionen, die sie mit ihrer markanten Stimme interpretiert, mehr oder weniger ausgeliefert, wobei die 45-Jährige gewiss die Richtung ihrer Alben frei bestimmen kann. Und diese zeigt eindeutig in Dions angestammtes Tummelbecken aus sanften Popsongs und den typischen Breitwandballaden, die erfreulicherweise nicht so überladen wie in der Vergangenheit klingen, aber diesmal mit einem ganz anderen Problem zu kämpfen haben.

„Loved Me Back To Life” legt die Spritzigkeit eines Nissan Micra im Autobahnverkehr an den Tag. Sämtliche Lieder igeln sich in einem gemächlichen Midtempo ein, das mit zunehmender Spieldauer immer einschläfernder und altbackener wirkt. In der Theorie könnte dieses Konzept eventuell aufgehen, doch in der Praxis fehlen den meisten Songs die Melodien und der Verve früherer Alben. Auf der anderen Seite liefert Celine Dion mit diesem Album eine tolle Songsammlung für den Einsatz in Einkaufszentren, Fünf-Sterne-Hotel-Lounges und Bürohaus-Aufzügen ab. Denn dort werden keine Lieder benötigt, die irgendeinen Erinnerungswert besitzen.

Diesen kann der Longplayer auch in keiner Form liefern. Weder die Duette mit Ne-Yo („Incredible“) und Stevie Wonder („Overjoyed“), noch die von teuren Hitschreibern am Reißbrett entworfenen Möchtegernhits haben das Zeug dazu. Und wären die beiden Schlusstracks „Always be your girl“ und „Unfinished songs“ nicht noch einigermaßen erträglich ausgefallen, würde „Loved Me Back To Life” genauso miserabel abschneiden wie das zeitgleich veröffentlichte Album von Avril Lavigne.

Anspieltipps:

  • Overjoyed
  • Thank you
  • Save your soul
  • Unfinished songs
  • Always be your girl
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