Guards - In Guards We Trust - Cover
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Guards In Guards We Trust


  • Label: Partisan/Rough Trade
  • Laufzeit: 47 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Rock der Indie-Marke, der bei allem angenehmen Klang einfach nicht richtig zünden will.

Von Glockenklang und hymnischen Gitarren bis hin zu stets hallenden und jauchzenden Stimmen, bringen Guards genau das mit, was man sich von Indie-Rock erwartet. Indem man die richtigen Zutaten verwendet, hat man aber noch nicht gleich ein zeitgemäßes Stück Musik geschrieben. Man kann nicht einfach Of Monsters And Men kopieren und erwarten, dass man dafür gefeiert wird. Wie viele Bands mussten sich Mitte des letzten Jahrzehnts aufgrund vorschneller Coldplay-Vergleiche schnell geschlagen geben? In einem inzwischen ebenfalls überfüllten Genre braucht es Eigenheiten, die einen abgrenzen.

Hört man den Opener „Nightmare“ möchte man daran glauben, dass Guards mit ihrem selbstbewusst betitelten Album „In Guards We Trust“ das nötige Quäntchen Individualität mitbringen. Sicher dürfte man den Song auch als Mischung aus genannter Indie-Referenz und Kasabians weniger elektronischen Stücken bezeichnen. Das entstandene Produkt geht allerdings so flüssig und einprägsam ins Ohr, dass der Ideenklau eher als positives Merkmal ausgemacht werden kann.

Danach lässt der Sog der Eigenständigkeit allerdings ganz schnell nach und Erinnerungen an „Oracular Spectacular“ kommen auf. Das MGMT-Album wurde auch für einige Singles frenetisch gefeiert, als Gesamtwerk jedoch recht schnell wieder vergessen. Die Skip-Taste ist auch heute noch der beste Freund des Hörers, wenn nicht die selbst erstellte Playlist auf dem Rechner sämtliche Schwächen ausgemerzt hat. Selbiges Phänomen ist auf „In Guards We Trust“ zu beobachten. Da gibt es klasse Einzelleistungen wie „Heard The News“ und „Not Supposed To“. Hier scheint die Magie des Openers durch und lässt den gleich klingenden Klangzwischenraum vergessen.

Die meisten Lieder rauschen an einem vorbei und präsentieren sich grau in grau, ohne die Melodien interessant an die Hörer zu bringen. Das mag für manche entspannt wirken, doch letztlich sind die Lieder zu sehr darauf bedacht, das Nötigste abzuliefern. Ein wenig Retro-Stimmung, hier und da ein Gitarrensolo. Nur selten bleibt diese Musik allerdings hängen. Würde sich dahinter ein komplexes Muster verstecken, welches einen die Lieder wieder und wieder hören lassen möchte, dann wäre die Geschichte eine andere. Guards machen aber recht stringente Musik, die entweder zündet oder nicht.

Neben vielen Weichspül-Rockern und der ziellosen Western-Nummer „Your Man“ bleibt nur eine knappe Handvoll an Musik, die mitreißen möchte und auch noch Tage danach im Kopf bleibt. Das ist am Ende nicht jedem genug. Ausnahmen sollten nur jene Hörer machen, die sich für jede Musik erwärmen können, die auch nur entfernt an den Rock aus den 70ern erinnert und denen das Flair wichtiger ist, als der bleibende Eindruck der einzelnen Stücke selbst.

Anspieltipps:

  • Nightmare
  • Heard The News
  • Not Supposed To

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