30 Seconds To Mars - Love Lust Faith And Dreams - Cover
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30 Seconds To Mars Love Lust Faith And Dreams


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

30 Seconds To Mars sind mit einem Knall zurück!

Lange war es ruhig um 30 Seconds To Mars. Das letzte Album „This Is War“ (12/2009) liegt beinahe vier Jahre zurück und auch die Lebenszeichen der Musiker hielten sich gering. Mars-Flashbacks auf Facebook erinnerten an die guten, alten Zeiten, doch Neues blieb lang aus. Dann schließlich die ersehnte Nachricht, dass Jared Leto, Shannon Leto und Tomo Milicevic an neuem Material arbeiten würden. Nun ist es endlich soweit, der Silberling ist fertig und auf den Plattentischen. Doch ist musikalisch auf Altvertrautes zu hoffen, oder haben sich die Herren in den letzten Jahren stark weiterentwickelt?

Schon die erste Singleauskopplung sprach für eine Rückkehr mit großem Knall. Es sollte etwas Neues, nie da gewesenes sein. Also wurde „Up In The Air“ in den Weltraum geschossen. An Bord einer Rakete ging es für den Song in unendliche Weiten mit dem Ziel, zum ersten Mal von der ISS aus gespielt zu werden. Eine waghalsige Marketingidee, die 30 Seconds To Mars augenblicklich zurück in den Medienfokus katapultierten - klasse!

Betrachtet man den Titel „Love Lust Faith + Dreams“ zunächst ein wenig skeptisch, wird der aufmerksame Hörer schnell feststellen, dass es sich um ein Konzeptalbum handelt. Nein, hier wird keine fortlaufende Geschichte erzählt, aber ein thematischer Faden gegeben, der sich akribisch durch den Longplayer zieht. Die Reihenfolge der Songs ist genau abgestimmt. Die Motive spiegeln sich dabei nicht nur musikalisch wider, sondern springen dem Hörer auch aus den Texten deutlich entgegen. Das verleiht dem Album nicht nur Bedeutung, sondern sensibilisiert auch die Aufmerksamkeit des Hörers.

Wie sich schnell feststellen lässt, sind 30 Seconds To Mars musikalisch nicht auf der Stelle stehen geblieben sind. Mit Ausnahme von „Convergence“, das aus Shannons Feder stammt, wurde das gesamte Album von Jared geschrieben und auch produziert worden. Hilfe holten sie sich dabei nur wenig und setzten wenn auf Namen, hinter denen Qualität und Erfolg stehen. Serban Ghenea (P!nk, One Direction, Kelly Clarkson, Justin Bieber), Manny Marroquin (Rihanna, Alicia Keys, Imagine Dragons), Tony Hoffer (The Kooks) und Jamie Reed Schefman waren - teilweise natürlich zusammen mit Jared - für den Mix zuständig.

„Birth“ eröffnet den Longplayer augenblicklich dramatisch. Nachdem eine Frauenstimme schlicht 'Love' als Thema vorgibt, wird es in der Instrumentierung dank eines großen Orchesters augenblicklich episch. Synthesizerklänge durchbrechen alles Gewohnte und schaffen damit ein Klangbild, das einem großen Showdown eines Blockbusters würdig wäre. Jareds Gesangslinie macht das Ganze perfekt - es ist klar, 30 Seconds To Mars sind zurück! Reichhaltiger Gitarrensound treibt „Conquistador“ voran, typische Backing Vocal-Chöre unterstützen Jareds zeitweise mehr in Screams ausartenden Gesang. So entsteht einmal mehr die so typische Klangtiefe, die mühelos das größte Stadion ausfüllt. Frische Synthesizer-Beats peppen die Single aus dem All auf und wer genauer auf den Text hört, wird merken, wie persönlich dieses Album von der Band erzählt. „City Of Angels“ schaltet erst einmal einen Gang runter. Synthiesample-lastig ist es die erste Ballade des Albums und provoziert auch gleich Feuerzeugmomente. Passend zum Songtitel treibt „The Race“ schließlich mit schnellen Beats weiter, bevor im letzten Part des Tracks ein Gitarrenriff für den gewissen Showstopper sorgt. „End Of All Days“ dagegen wird mit schwermütigen Synthies und Jareds Herz erweichendem Gesang die zweite Ballade, die für absolute Gänsehaut sorgt.

Auch bei „Pyres Of Varanasi“ wird instrumental auf den Einsatz von Synthesizern gesetzt. Die in Jodhpur, Indien, aufgenommenen Gesangslinien unterstreichen den reinen Instrumentaltrack. Wer aufgepasst hat, wird bemerken, dass die thematische Reise inzwischen über die Lust beim Glauben angelangt ist. „Bright Lights“ bringt den voluminösen Stadionsound zurück, mit dem 30 Seconds To Mars so gerne verbunden werden. Jareds weiche Stimme lullt den Hörer mit einer Melodie ein, die sofort ins Ohr geht. Klasse! Genau dort verweilt sie nun auch für einen Moment und spielt sich mit „Do Or Die“ ganz aus. Nach dem Instrumental „Convergence“ ist die Untermalung durch Synthesizer auch schon wieder zurück, die diesmal aber im Verhältnis zum üblichen Klang mehr in den Hintergrund tritt. Für das Ending „Depuis Le Début“ setzen 30 Seconds To Mars schließlich zunächst auf ein Akustikintro, das einem erneut Blockbuster würdigen Soundgeflecht weicht und schließlich mit Spieluhrmelodie den Hörer entlässt.

„Love Lust Faith + Dreams“ ist damit etwas völlig anderes als sein Vorgänger, der von großen Soundgerüsten und Hintergrundchören dominiert wurde. Aber anders ist ja bekanntlich nicht zwangsläufig schlecht. Es zeigt, dass sich Musiker weiterentwickeln, dass sie nicht auf der Stelle treten und ihrer Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Genau das ist 30 Seconds To Mars mit diesem Album geglückt. Sie sind mit einem Knall zurück, sie überraschen musikalisch, machen sich damit wieder rundum interessant, erfinden sich ein wenig neu und machen neugierig auf die Live-Umsetzung der neuen Songs, die dank der Festivalsaison nicht mehr lang auf sich warten lassen wird!

Anspieltipps:

  • City Of Angels
  • End Of All Days
  • Bright Lights

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