Ghostpoet - You Say I So I Say Light - Cover
Große Ansicht

Ghostpoet You Say I So I Say Light


  • Label: PIAS/Rough rade
  • Laufzeit: 54 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Von der Euphorie des Ghostpoet-Debüts ist nur noch wenig übrig. Der Brite setzt auf dunkel vibrierende Collagen zwischen den Genre-Stühlen.

Mit seinem Debüt „Peanut Butter Blues & Melancholy Jam“ (2011) bestach Obaro Ejimiwe aka Ghostpoet mit einem herausragenden Stilmix aus HipHop/Rap, Electronica, Blues sowie Pop und wurde im gleichen Jahr folgerichtig für den bedeutenden Mercury Prize nominiert. Dem Status des Geheimtipps langsam entwachsen, geht es nun an das Zweitwerk „Some Say I So I Say Light“, das die Bürde des überragenden wie überraschenden Debüts zu tragen hat. Co-produziert von Richard Formby (Wild Beasts, Darkstar) öffnet es sich weiter, wirkt weniger hitverdächtig als der Vorgänger und ist doch langfristig eine Entdeckung wert.

Minimalistisch treibend schieben sich die Beats und der industrielle Klang der Percussions im Opener „Cold Win“ nach vorne, gekonnt um einen psychedelischen Break und artifizielle Bläser vervollständigt. „Them Waters“ folgt der gleichen Beat-Struktur, doch lässt zum ersten Mal präsente Synthesizer-Melodien an die Oberfläche. Die Pop-Andeutungen sind nur zaghaft und nicht zuletzt durch den dominant dunklen Sprechgesang ins Schwermütige überführt. Eindeutige Hits wie „Liiines“ oder „Finished I Ain´t“, die auf dem Erstling noch echte Ohrwurmqualitäten offenbarten, sind hier nicht zu finden. Im Verlauf der Platte wird es jedoch lieblicher, wie der unterstützende, weibliche Gastgesang bei „Dial Tones“ und die befreit aufspielende Gitarre im herrlich inszenierten „Plastic Bad Brain“ zeigen.

Der hypnotisch verschachtelte TripHop („ThymeThymeThyme“) erinnert an Tricky, während die schnelleren Stücke das Vermächtnis von The Streets hochhalten. Erneut hochwertig gestaltet sich so ein Album, das zwar die offensichtlichen Ohrwürmer vermissen lässt und sich so von früheren Ghostpoet-Songs entfernt, aber seine Stärke eventuell aus der Langzeitwirkung zieht. Dieses wird sich im Zuge der nächsten Monate zeigen. Für den Moment ist „Some Say I So I Say Light“ ein gutes Zweitwerk, welches seine industriell anmutende Schlagseite mit weiblichen Gastvocals ausgleicht und atmosphärisch den Teufel in den Details beherbergt.

Anspieltipps:

  • Dial Tones
  • Plastic Bag Brain
  • Meltdown
  • Dorsal Morsel

Neue Kritiken im Genre „HipHop/Rap“
5/10

No One Ever Really Dies
  • 2017    
6.5/10

The Beautiful & Damned
  • 2017    
4/10

Revival
  • 2017    
Diskutiere über „Ghostpoet“
comments powered by Disqus