Kitty In A Casket - Bittersweet - Cover
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Kitty In A Casket Bittersweet


  • Label: Better Than Hell Records
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Melodic-Pop versteckt sich hinter der Liebe zu B-Horror-Streifen, Metal und Rock'n'Roll.

Vor zehn Jahren hätte man wohl noch problemlos den Ausdruck Mädchen-Pop genutzt, wenn man Kitty In A Caskets Kernstil hätte beschreiben wollen. Heute ist es aufgrund anhaltender und berechtigter Genderdebatten nicht mehr so angebracht, Ausdrücke zu benutzen, die eine typische Geschlechterzuordnung ermöglichen. Mit einer Stimme, die eigentlich immer ausruft „Ich singe gerade ein Liebeslied!“, präsentiert sich die deutsche Pop/Rock-Gruppierung um Frontfrau Kitty Casket (Gesang) wie eine Pop-Gruppe, die so gerne härter und düsterer wäre, es aber nicht mal ansatzweise versucht, zu sein.

Karies setzt schon spätestens nach dem zweiten Song ein, wenn sich hinter einem B-Horror-Movie-Titel wie „Kreepsville 666“ eine fröhlich gestimmte Pop-Hymne verbirgt. Dann zeigt sich über den Lauf des Albums auch noch eine heimliche Liebe zu Country („In The End“ und „Best Before Doomsday“) und fertig ist ein zuckrig bodenständiger Regenbogen aus Musik, dessen Cover mit blutiger Axt und Horrorverweisen das komplette Album zu einer Parodie werden lässt.

Wenn man sich allerdings nicht zu ernst nimmt und einfach nur eine gute Zeit haben will, dann offenbart sich ein durchweg unterhaltendes Pop-Album, das aufgrund von Metal-Growls und ein paar makaberen Zeilen zwar immer wieder ein wenig lächerlich wirkt, musikalisch aber stets auf Mitmach-Pop ausgelegt bleibt. Da gibt es bis auf die typisch ruhige Schlussballade „Fading Away“, die ohne echte Tiefe daherkommt, auch keine Ausnahmen, sodass man gute 40 Minuten keine großen Wünsche hat, wenn man nur von eingängiger Musik beschallt werden möchte.

Es fehlt dem Album natürlich komplett an Tiefe oder Ideen. „Bittersweet“ ist eine Ansammlung von Baukastenmusik, die ohne Risiken und neue Ansätze daherkommt. Gleichzeitig wird auch kein seltenes oder besonderes Genre zitiert, sondern 90er-Jahre Pop-Rock, der glücklicherweise auf die damals obligatorischen Synthies verzichtet. Man will Kitty In A Casket nicht böse sein, da das Album nicht langweilig wird, doch da gleichzeitig kein Lied wirklich im Kopf bleiben kann oder sich als echter Hit herausstellt, muss man damit leben, dass Kitty gemütlich im Mittelmaß plätschert.

Anspieltipps:

  • In Blood We Trust
  • Die Geister Die Ich Rief
  • Nighttime Sky

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