Tricky - False Idols - Cover
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Tricky False Idols


  • Label: False Idols/ALIVE
  • Laufzeit: 45 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Tricky tut mit seiner Rückkehr viel dafür, dass man ihn nicht mehr nur in die TripHop-Ecke drängen kann.

Tricky hat sich schon immer aktiv gegen die Genre-Bezeichnung TripHop ausgesprochen, wenn es um seine Musik ging. Dass er als einer der wichtigsten Mitbegründer der Nische gilt, ist Adrian Nicholas Matthews Thaws ziemlich schnuppe. Spätestens mit seiner neuen Scheibe „False Idols“ liefert der Mann aus Bristol den Beweis dafür, dass es nahezu unmöglich ist, seine elektronische Musik zu kategorisieren. Und dabei klingt er so gut wie selten zuvor!

Schon der volle Bass des Openers „Somebody's Sins“ saugt geneigte Hörer ein und schafft mit klugen Rhythmen und mystisch gehauchten Stimmen eine angenehme Stimmung, die einen nicht mehr loslässt. Um die stets kräftigen Bässe sammelt Tricky alle möglichen Einflüsse und variiert das Tempo nach Belieben („Bonnie & Clyde“). Reggaeton („Nothing Matters“) wird genauso stilsicher eingesetzt wie Alternative-Rock-Riffs („Parenthesis“). Jeder Song offenbart seine ganz eigene Überraschung und Individualität.

So undefinierbar und faszinierend war Electro das letzte Mal, als sich Thom Yorke mit „The Eraser“ der elektronischen Musik zuwandte. Der Vergleich erklärt sich spätestens mit rhythmisch vertrackten Liedern wie „Tribal Drums“. Wer dagegen nach Schwächen sucht, muss schon nachtragend sein, um die Aufwärmhymne „Does It“ anzuprangern. Abgesehen von dieser zweidimensionalen Nummer und dem etwas lauen „Chinese Interlude“ trifft jeder Track ins Mark.

Tricky scheint niemandem etwas beweisen zu wollen, sondern macht einfach nur Musik, die zu ihm passt. Dazu passt auch, dass er sein eigenes Label gegründet hat und schlichtweg seinen eigenen Weg zu gehen versucht. Wenn die Ergebnisse weiterhin so vielfältig wohlig düster ausfallen, dann soll er unser Gast sein. „False Idols“ ist ein ganzes Paket an ruhigen, aber nie beruhigenden Soundkonstrukten, die sich wie immer klarer Genre-Definitionen entziehen.

Anspieltipps:

  • Somebody's Sins
  • Parenthesis
  • Tribal Drums

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