A Pale Horse Named Death - Lay My Soul To Waste - Cover
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A Pale Horse Named Death Lay My Soul To Waste


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Stell dir vor, du rufst nach Fury und dieser ist auf 'nem Gig von Type 0 Negative krepiert.

Sal Abruscato ist einer der Menschen, die lieber im Hintergrund verweilen. Als Mitglied von Type 0 Negative und Life Of Agony stand er zwar nie im Schatten von Peter Steele oder Mina Caputo, war aber am ehesten der Zeitgenosse, der trotz seiner musikalischen Inputs die zweite Geige spielte. Ob Abruscato blass geblieben ist? Wer will oder kann darüber schon richten? Blass ist er spätestens, seitdem er mit A Pale Horse Named Death seine eigene Band aus der Taufe gehoben hat und wirklich jede noch so kleine Idee verwirklichen kann. Die Drumsticks gab er schon auf dem Debüt „And Hell Will Follow Me“ (2011) ab. Stattdessen behauptet er sich als Gitarrist und Sänger und zeigt den nicht gerade wenigen Fans, die ihn bisher nur als Drummer kannten, was er drauf hat. Musikalisch ist dabei alles beim alten geblieben. Will heißen: A Pale Horse Named Death sind weiterhin schwer zu klassifizieren und streng genommen die Summe aller Einzelteile.

Multi-Instrumentalist Abruscato bringt nach wie vor einen nicht zu unterschätzenden Anteil seiner Bands Life Of Agony und Type 0 Negative (jene natürlich als ehemalige zu werten) mit ein. Daraus resultiert, dass „Lay My Soul To Waste“ an erster Stelle genau die Chimäre geworden ist, die man sich bei der Verbindung dieser zwei Bands vorstellt. Gothic Metal trifft auf eine staubtrockene Doom-Metal-Light-Ausgabe. Ein bisschen Alternative fehlt schließlich auch nicht und gibt den elf Kompositionen stets einen Anstrich, den man gut und gerne als modern definieren kann, letztendlich aber den Spirit der mittleren 90er-Jahre ausstrahlt. Und generell galoppiert der blasse Gaul in verschiedenen Gemütszuständen. „Lay My Soul To Waste“ setzt auf allerlei Stimmungen, die zwar stellenweise überaus unterschiedlich daherkommen, aber definitiv homogen sind. So sind „Killer By Night“ oder „DMSLT“ sleazige Rocker, die gut und gerne auch auf einem Longplayer von The 69 Eyes hätten veröffentlicht werden können. Ganz anders sind kurzweilige Dunkelschwaden wie die zähflüssige Doom-Elegie „Day Of The Sorm“ und die schlichtweg großartigen „In The Sleeping Death“, „Cold Dark Morning“ und „Shallow Grave“. Letztere haben klare Anleihen an Lake Of Tears - sogar Abruscatos bisher viel zu selten gehörte Stimme erinnert stark an deren Frontmann Daniel Brennare. Wie konnte man diesen Mann nur so lange vom Mikro fern halten?

Gezielte Kontraste setzen die Kaltblüter schließlich im Mittelteil. Während das mit zaghaften Death-Passagen ausgestattete „Devil Came With A Smile“ ruppig und schmutzig daherkommt, präsentiert man „Growing Old“ als opulente und pompöse Goth-Hymne, welche mit Orgeleinsatz extrem hypnotisch daherkommt. „Dead Of Winter“ wirkt als musikalisch reduzierte Ballade wie ein Platzhirsch, ist im Vergleich zu den anderen Tracks beinahe experimentell und bereichert „Lay My Soul To Waste“ mit Nuancen, welche man bei ähnlichen Bands des Genres vermisst. Abwechslungsreichtum ist Trumpf - und zwar von Anfang bis Ende! Abruscato und seine Mannen ist es ohne Frage gelungen, die zahlreichen Ideen und Einflüsse ihrer musikalischen Vergangenheit in einen Topf zu werfen und gleichzeitig einen sowohl vertrauten als auch ureigenen Sound zu kreieren. Das Endergebnis kann sich hören lassen und macht in seiner kurzweiligen Art eine Menge Spaß. Düster, hypnotisch, schmissig und ziemlich cool klingt das Zweitwerk der New Yorker und sollte nicht nur Fans von Life Of Agony oder Type 0 Negative begeistern.

Anspieltipps:

  • Shallow Grave
  • In The Sleeping Death
  • Killer By Night
  • Day Of The Storm
  • Cold Dark Mourning

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