Heather Maloney - Heather Maloney - Cover
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Heather Maloney Heather Maloney


  • Label: Signature Sounds
  • Laufzeit: 38 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Tiefgründige, persönliche Lyrics gepaart mit einer souligen Stimme und Einflüssen aus verschiedenen Musikrichtungen.

Wenn Interpreten ihr drittes Album nach sich selbst benennen, hat das in einigen Fällen mehr mit Einfallslosigkeit als mit Egozentrik zu tun. Im Falle Heather Maloneys dürfte die Selbstbetitelung durchaus in der Tatsache begründet liegen, dass sich die meisten ihrer Songs um sie selbst drehen. Statt selbstverherrlichender Lyrik handelt es sich bei den Stücken jedoch um tiefgründige Gedanken, die Tagebucheinträgen Konkurrenz machen könnten.

Wer über sich selbst sagt, dass er vermutlich mit Tattoos übersät wäre, wenn er nicht die Möglichkeit hätte, Erinnerungen durch Musik Platz zu verschaffen, scheint viel erlebt und mitzuteilen zu haben. Die elf Songs, die sich von Country über Soul und Folk bis hin zu Pop ausbreiten, sind in gewisser Weise eine Autobiographie der in Northampton, Massachusetts, geborenen Künstlerin und werden dem Albumtitel daher gerecht. Für Maloney ist das Schreiben eine Art Therapie, bei der man erst am Ergebnis sieht, wie sehr sie sich mit sich selbst beschäftigt hat. So ist „Dirt & Stardust“ eines der persönlichsten Stücke des Albums, auf dem sich die Amerikanerin mit der Vergänglichkeit beschäftigt. Der Umgang damit, dass nichts beständig ist, machen die Lyrics zu einem Meisterwerk. Im Mittelpunkt aller Lieder stehen ihre Erfahrungen aus einem „Silent-Retreat“-Meditationshaus, in dem sie über drei Jahre gearbeitet hat. Liebe und Leid, Erlösung und Trost sind die großen Gefühle, mit denen jeder lernen muss, umzugehen, und mit denen sich Maloneys Musik beschäftigt.

Auch wenn neben den bereits erwähnten Richtungen „Iron Bull“ ein bisschen Rock‘n‘Roll zum Vorschein bringt und der Anfang von „Grace“ sogar in Richtung Gospel driftet, ist das Manko des Albums eine gewisse Redundanz. Die Einflüsse verschiedener Stile sind deutlich zu hören und trotzdem, nach der Hälfte des Albums kennt man leider auch bereits den Rest. Mit ihrem Talent für tiefgründige Texte und ihrer Stimme, die die Tiefen des Soul ergründet, macht Maloney dies in einigen Stücken jedoch wieder wett.

Anspieltipps:

  • Dirt & Stardust
  • Iron Bull
  • Grace
  • Turn yourself around

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