Snoop Dogg - Reincarnated - Cover
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Snoop Dogg Reincarnated


  • Label: RCA/Sony Music
  • Laufzeit: 58 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn der gute Tupac Shakur das wüsste, er würde sich im Grab umdrehen!

Heilige Scheiße! Hat sich der Rapper Snoop Dogg nun endgültig die Birne weggekifft? Nicht nur die Bilder im Booklet seiner neuen Platte „Reincarnated“ lassen darauf schließen. Auch musikalisch gehen dem jetzt als Snoop Lion auftretenden Ex-Westcoast-Gangsta scheinbar die Pferde durch. Denn auf dem Debütalbum für seinen neuen Label-Partner Sony Music machte sich der 41-Jährige nicht nur auf die Suche nach sich selbst sowie der Friedens- und Hoffnungsbotschaft, sondern sattelt musikalisch auch noch auf Reggae und Dancehall um. Wenn das Tupac Shakur wüsste! Er würde sich im Grab umdrehen!

Snoop Lion möchte „Reincarnated“ als eine ernstgemeinte Hommage an die Schöpfer des Reggae verstanden wissen und spielte sein Album deshalb stilecht auf Jamaika ein, wobei ihn Kollegen wie Drake, Rita Ora, Miley Cyrus, Chris Brown, T.I., Akon, Busta Rhymes und seine Tochter Cori B unterstützten. Doch allein mit dieser Gästeliste macht die bekennende Joint-Vernichtungsmaschine, die auf den Spuren von Reggae-Legende Bob Marley wandeln möchte, klar, dass die musikalische Wiedergeburt dann doch nicht so dogmatisch und puristisch zu sehen ist, wie es uns Snoop Lion verkaufen will.

Seinen kulturellen Brückenschlag vom HipHop/Rap zum Reggae ließ Snoop Lion oben drauf noch von Regisseur Andy Capper als Dokumentarfilm festhalten, was fast schon zu viel des Guten ist. Denn „Reincarnated“ stellt nichts weiter als eine poppige Reggae-Variante dar, die vielleicht den Geist der musikalischen Bewegung atmet, aber in seiner Umsetzung weit weniger konsequent daherkommt. Damit bietet Snoop Doggs Ausflug als Snoop Lion weit weniger Reibepunkte, als man sich als Hörer vielleicht gewünscht hat. Nichtsdestotrotz erfüllt der vorliegende Longplayer die Ansprüche eines Party- und Sommeralbums mit Leichtigkeit.

Für diese gelöste Stimmung sorgen auf dem von Major Lazer produzierten Werk Tracks wie das an K`Naan gemahnende „Harder times“, das pumpende „Here comes the king“, das hitverdächtig-hymnische „No guns allowed“ sowie die treibende Kiffersteilvorlage „Smoke the weed“. Am dichtesten an den klassischen Reggae-Gefilden befinden sich dabei Stücke wie das sonnige „So long“, das trippige „Fruit juice“ und das seelenschmeichelnde „The good good“, während „Get away“ die Meute etwas unpassend auf den Dancefloor treibt. Aber das ist zum Glück eine kleine verpeilte Ausnahme auf einem Album, das den Sommer endgültig einläutet.

Anspieltipps:

  • La la la
  • Lighters up
  • Harder times
  • The good good
  • No guns allowed
  • Tired of running
  • Ashtrays and heartbreaks

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