Cayucas - Bigfoot - Cover
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Cayucas Bigfoot


  • Label: Secretly Canadian/CARGO
  • Laufzeit: 31 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
3.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Cayucas sind so gut, dass sie selbst nicht mehr wissen, wann es gut ist.

Möchte man den Indie-Hipster-Traum formulieren, redet man meist von treibender Musik, die ohne echte Hooklines auskommt (nachher ist es noch ein Radio-Chorus!) und möglichst viele Instrumente beinhaltet. Zum Beispiel Glockenspiel, Percussions aller Art, Streicher, Gitarren, Harfen, sowie die Unterstützung durch Pfeifen und Handclaps. Scheinbar hochkonzentriert finden sich all diese Elemente auf der gerade mal halbstündigen Platte „Bigfoot“ der Band Cayucas wieder. In so kurzer Zeit kann man doch gar nicht so viel Stoff unterbringen und wenn doch, ist jeder Moment zum Auskosten gedacht.

Der erste Höreindruck weckt auch tatsächlich diesen Anschein. Denn jeder Track zündet mit echter Pop-Magie und fräst sich sofort in die Gehörgänge. Da muss erst mal eine Minute vergehen, bis man sich von den hypnotischen Melodien lösen kann und auch den letztlich monotonen Ausfall „Deep Sea“ ausmacht. Dank afrikanisch inspirierter und damit rhythmisch stets bewegter Grundgerüste schaffen es Cayucas stets, ihren recht entspannten Pop mit dem nötigen Nachdruck an den Hörer zu bringen. Diese entspannt tanzbare Art ist auch schon das große Geheimnis der Band. Vereint mit einfangenden, aber stets simplen Melodien entsteht hier unverbrauchter Pop der Extraklasse.

Warum also nicht den Namen der Band, der übrigens „ki-yuk-as“ ausgesprochen werden sollte, von den Dächern schreien? Nun, es lässt sich ein Symptom ausmachen, welches im Nachhinein auch schon andere Alben ereilt hat. Trotz der knackigen Kürze des Albums fällt nahezu durchgehend auf, dass die Tracks künstlich verlängert werden. Selbst die Band scheint den geschaffenen Tönen verfallen zu sein und lässt bis auf wenige Ausnahmen („East Coast Girl“) die Lieder stets zu lang ausklingen. Zu Beginn scheint dies nur ein kleines Detail zu sein, doch spätestens nach Abschluss des ersten Hördurchgangs hat man das Gefühl, dass sich die Lieder selbst unnötig lange gezogen haben.

Bei gerade mal 8 Titeln ist ein Ausfall und die strukturelle Schwäche genug, um sieben wirklich hochklassige Melodien nur als gut zu befinden. Man darf diese Bewertung aber auch als Ansporn für die Band sehen, sich auf die Stärken zu besinnen und die einfach zu entfernenden Schwächen auszumerzen. Wenn Cayucas in dieser halben Stunde nicht schon all ihr Gespür für Melodien verpulvert haben, dann könnte uns von dieser Band noch ganz Großes erwarten.

Anspieltipps:

  • Cayucos
  • East Coast Girl
  • High School Lover

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