Example - The Evolution Of Man - Cover
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Example The Evolution Of Man


  • Label: Embassy One/WEA
  • Laufzeit: 55 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
7.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Viele Wege führen nach Rom, aber mehr ist nicht immer besser.

Letztes Mal konnte man Example noch unterschreiben, dass er auf der Welle des Erfolgs ritt. Zwei Jahre später gleicht sein Album dem verzweifelten Versuch, jedem gefallen zu wollen. Von einfachen Pop-Melodien über gewollt harte Gitarrenriffs und von DubStep inspirierter Musik für den Dancefloor stopft sich Example voll, ohne einen echten Plan dahinter zu verstecken. Dazu kommen noch Rap-Einschübe, die an die ersten, größeren Ausrutscher Linkin Parks erinnern und fertig ist ein undurchschaubarer Soundsalat, der kaum echte Fans finden wird.

Sicher werden schnell getriebene Dancefloor-Pop-DubStep-Hybriden wie „Close Enemies“ gut für Autowerbungen und Abende im Mainstream-Club sein. Gerade im Club wird Example mit solcher Musik jedoch eher Lücken stopfen. Die Tracks klingen immer nach etwas anderem und werden nie den Gedanken hervorrufen: „Das ist ja von Example!“ Von den frühen Neunzigern bis zum aktuellen Trend wird alles durchgekaut und gemischt, ohne eine eigene Handschrift zu entwickeln. Man denkt beim Trance in „Perfect Replacement“ eher an die Zeiten, als die Love Parade noch in Berlin heimisch war und nicht an Examples neues Album.

Spätestens mit dem Soft-Pop in „Queen Of Your Dreams“ und „Say Nothing“ schmeißt man die Arme hilflos in die Luft und mag nicht glauben, wie sich dieser Künstler anbiedert und allein durch Kalkül zum Erfolg zu kommen versucht. Plötzlich werden die harten Einschübe aus HipHop und DubStep vergessen, weil man dann ja keine Radioerfolge bei den Pop-Fans feiern kann. Das Ergebnis ist Retorten-Musik wie sie inzwischen bei Katy Perry zum Programm geworden ist.

Natürlich wird auch noch R'n'B ausgebeutet (z.B. “The Evolution Of Man), bevor es zu jeder Genreverwurstung noch eine Alternative gibt. „The Evolution Of Man“ als Album bietet einfach nur eine breite Platte an Musik, die darum bettelt, für Einzelstücke geliebt zu werden, die jedem gefallen sollen. Dass das bei so vielen Verknüpfungen nicht klappen kann, ist eigentlich nur folgerichtig und so mag man im besten Fall einen oder zwei Tracks. Das Wahrscheinlichste ist jedoch sogar, dass sich Example auf seiner neuen Scheibe derart übernommen hat, dass er niemandem so richtig gut gefallen kann. Das passiert, wenn man sich auf nichts festlegen will und auf dutzenden Partys gleichzeitig tanzen möchte.

Anspieltipps:

  • Perfect Replacement
  • Close Enemies
  • The Evolution Of Man

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