Käptn Peng & Die Tentakel Von Delphi - Expedition Ins O - Cover
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Käptn Peng & Die Tentakel Von Delphi Expedition Ins O


  • Label: Kreismusik/SOULFOOD
  • Laufzeit: 61 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Antwort auf einen vertrockneten Blumentopf ist Käpt'n Peng!

Der Kreativ-HipHop aus der Gedankenschmiede Käpt'n Pengs verdient sich das höchstmögliche Lob. Man kann sein Album „Expedition Ins O“ nicht zitieren, ohne ihm Unrecht zu tun. In beinahe jedem Stück sprudeln Wortwitz und Absurdität gnadenlos über und jagen durch die Synapsen. Zusammen mit den Tentakeln Von Delphi macht Käpt'n Peng es sich in seiner Nische bequem, die frei von Politik und zumeist auch von Ernst ist, und zelebriert ein Vokabular sowie abstrakte Eselsbrücken und Reime, dass es eine wahre Freude ist.

Es ist einfacher, wenn wir zu Beginn die wenigen Gedankenspäne zählen, die bei der Erschaffung dieses Werks gefallen sind. Das treibende, aber letztlich textlich und strukturell verschwimmende und nicht abgeschlossene „Es Ist“ wirkt wie ein unfertiger Auftakt für den ersten klaren Gedanken des Albums. Die gleiche Kritik ans Unfertige geht an den Closer „Kugelschlucker“. „Liebes Leben“ schafft weder wirklich nachdenklich, noch emotional zu klingen und so leiert das ruhige Stück ziemlich vor sich hin. Zum Abschluss wird man sich noch über den instrumentalen DubStep-Einschub „Die Tentakel Von Delphi“ streiten können. Als Skit ist der Track allerdings genau das Richtige.

Bei fünfzehn Titeln sind drei schwächere Vertreter allerdings locker zu verschmerzen, wenn Peng mit seinen Tentakeln ein sprachgewaltiges Feuerwerk abbrennt. „Champagner & Schnittchen“ liefert so viele brillant verdrehte Zeilen, dass man direkt nach dem Hören so überladen ist, dass man kaum eine von ihnen behalten konnte. Diese Qualität ist kein Einzelfall und zieht sich durch grandios getextete und stets erdig instrumentalisierte Stücke wie „Platz Da“, „Unten“ oder „Omega Peng“. Und auch langsame Titel stehen Peng zu Gesicht. Zugegebenermaßen ist „Sockosophie“ zu lang geraten, doch inhaltlich weiß sich Peng hier Respekt zu verschaffen. Den Philosophie-Grundkurs hat er sicher.

Ob mitreißend oder verschmitzt und im nächsten Moment schon wieder nachdenklich. Käpt'n Peng ist entgegen seines Namens einer dieser HipHop-Interpreten, die zeigen, dass man nicht gewisse Vorlieben haben muss, um dieses Genre zu mögen. Bandenkrieg, sozialer Aufruhr, Sex und Stolz sind hier kein primäres Thema. Peng erinnert an die lichten Momente von Blumentopf ohne der unfassbar unkritischen Ader eines Cro unterzukommen. So problemlos lässt sich HipHop in Deutschland nicht alle Tage feiern.

Anspieltipps:

  • Champagner & Schnittchen
  • Sockosophie
  • Oha

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