Neaera - Ours Is The Storm - Cover
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Neaera Ours Is The Storm


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Burnout ist überwunden, die Ideen sprießen wieder!

Fünf Alben in sechs Jahren zu schreiben, aufzunehmen und dann auch noch mit ausgedehnten Touren den Fans näher zu bringen, ist beinahe ein Ding der Unmöglichkeit. Neaera aus Münster haben dieses Kunststück trotzdem bewerkstelligt, selbst wenn der letzte Output „Forging The Ecplise“ (10/2010) soviel Inspiration hatte wie ein Best Of-Album von Status Quo. Um die kreativen Zellen wieder auf Vordermann zu bringen, haben sich Benjamin Hilleke (Gesang), Stefan Keller (Gitarre), Tobias Buck (Gitarre), Benjamin Donath (Bass) und Sebastian Heldt (Schlagzeug) dazu entschlossen, etwas länger als nur zwölf Monate dem ewigen Album/Tour-Kreislauf abstinent zu bleiben und kehren nun erfrischt mit „Ours Is The Storm“ zurück.

Bereits die titelgebende Dampfwalze planiert nach kurzem Kuschelintro („The deafening“) als Eröffnungsnummer das Wohnzimmer, „Decolonize the mind“ und „Ascend to chaos“ legen in bester Neaera-Manier (fieses Gegrunze und Geschrei von Benni mischen sich mit groovenden Todesbleieruptionen) erbarmungslos nach und während sich „Walk with fire“ verstärkt auf einen rhythmischen Unterbau stützt, setzen die Münsteraner mit „Through treacherous flames“ und „My night is starless“ nebst brutalem Geknüppel ebenso auf ein stimmungsvolles Gebilde aus schwurbelnden Post Metal-Gitarren und melancholischer Epik. Wie unschwer herauszulesen ist, hat sich die längere Auszeit also allein für die erste Hälfte des Outputs mehr als ausgezahlt.

Wesentlich derber und kompromissloser geht es dann in „Black tomb“ und „Back to the soul“ zur Sache, und bevor man zu der Entscheidung kommt, ob „Between us and annihilation“ langweiliger Durchschnitt oder einfach nur langweilig ist, schleicht sich Nathan Grey der Post Hardcore-Truppe Boysetsfire in das Aufnahmestudio und sorgt mit seinem Klargesang im Refrain von „Slaying the wolf within“ für einen gelungenen Kontrast zu den Textfetzen, die Hilleke sonst aus seinen Lungen rotzt, schreit oder grunzt. Damit fehlt dem üppig gedeckten Bankett eigentlich nur noch der Nachtisch und dieser manifestiert sich in Form des hymnischen „Guardian of ashes“, dessen Zeilen „I am the cure of my own poison / The guardian of my ashes“ bereits jetzt, und bald von tausenden Fans auf einem der nächsten Konzerte gesungen oder gegrölt, in den Ohren widerhallen.

Fazit: Die 2 ½ Jahre, die Neaera ihrem Material zum Reifen gaben, haben sich bezahlt gemacht. „Ours Is The Storm“ ist eine qualitative Rückbesinnung auf starke Riffs und prägnante Grooves, und auch Schreihals Benni konkurriert wieder mit seinem Alter Ego aus „Armamentarium“-Zeiten, anstatt müde und ausgebrannt zu wirken. Jetzt dürfen die fünf Herrschaften nur nicht wieder den gleichen Fehler begehen und Ende 2018 bereits mit Album Nummer 10 auf der Matte stehen!

Anspieltipps:

  • Walk With Fire
  • Ours Is The Storm
  • Guardian Of Ashes
  • My Night Is Starless

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